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Better Home wirft seinem Gründer und früheren CEO Vishal Garg Verstösse gegen US-Wertpapiergesetze vor. Nach seiner Absetzung soll Garg versucht haben, Aktionäre hinter sich zu versammeln und an die Unternehmensspitze zurückzukehren. Das Unternehmen fordert nun vor Gericht, die von ihm eingeholte Unterstützung für ungültig zu erklären.
Better Home hat am Dienstag beim Bundesgericht für den südlichen Bezirk von New York Klage gegen seinen Gründer und früheren CEO Vishal Garg eingereicht. Das Unternehmen wirft ihm vor, gegen zwei US-Bundesgesetze zum Wertpapierhandel verstossen zu haben. Garg soll eine Gruppe von Aktionären hinter sich versammelt und irreführende Aussagen verbreitet haben, um erneut CEO zu werden.
Der Verwaltungsrat hatte am 3. August einstimmig für seine Absetzung gestimmt; Garg selbst war von der Abstimmung ausgeschlossen. Als Gründe nennt die Klage Nettoverluste von mehr als 1,5 Mrd. US-$ seit 2022 sowie einen Kursverlust der Better-Home-Aktie von mehr als 90 % während seiner Amtszeit. Nach seiner Absetzung habe Garg eine Kampagne gegen das Unternehmen gestartet, heisst es in der Klage. In einem Schreiben an den Verwaltungsrat vom 10. August forderte er demnach den sofortigen Rücktritt sämtlicher Mitglieder. Gleichzeitig erklärte er, eine „Gruppe besorgter Aktionäre“ zusammengestellt zu haben, die seine Rückkehr an die Unternehmensspitze unterstützen sollte.
Um dafür Rückhalt zu gewinnen, soll Garg Pressemitteilungen, Textnachrichten, Beiträge in sozialen Medien und ein Interview mit Bloomberg genutzt haben. Better Home zufolge behauptete er dabei fälschlicherweise, bereits 52 % der Aktionärsstimmen hinter sich zu haben. Die dafür vorgeschriebenen Unterlagen zur Einholung von Aktionärsstimmen habe er jedoch nicht bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht. Better Home fordert das Gericht deshalb auf, sämtliche von Garg eingeholten Zustimmungen von Aktionären für ungültig zu erklären. Zudem soll ihm für mindestens 30 Tage untersagt werden, weitere Unterstützung unter den Anteilseignern einzuwerben.
Vom Rückhalt zur Konfrontation
Bemerkenswert ist der deutliche Wechsel in Gargs öffentlichem Ton. Als Better Home seinen Rücktritt bekannt gab, erklärte er noch, der richtige Zeitpunkt für eine neue Führung sei gekommen. Zugleich äusserte er sich zuversichtlich, dass Interims-CEO Daniel Lewis der richtige Mann sei, um das Unternehmen durch diese Phase seiner Entwicklung zu führen. Auch auf X schrieb Garg zunächst, er freue sich darauf zu sehen, was der neue CEO erreichen könne. Wenige Tage später änderte sich seine Haltung. Am 15. August erklärte er auf der Plattform, die einzigen Personen, die möglicherweise gegen Wertpapiergesetze verstossen hätten, seien Daniel Lewis und der Verwaltungsrat.
Ein Gründer mit Vorgeschichte
Garg gründete Better Homes 2016. Der Hypothekenfinanzierer wickelte nach Angaben des Unternehmens Kredite im Volumen von mehr als 110 Mrd. US-$ ab und ging 2023 über eine SPAC-Fusion an die Börse. Zu den Geldgebern zählen SoftBank und Goldman Sachs. Gargs Führungsstil sorgte wiederholt für Kritik. In einer E-Mail bezeichnete er Mitarbeiter als „dumb dolphins“. 2021 entliess er 900 Beschäftigte während eines Zoom-Calls und bezeichnete Mitarbeiter später als „lazy“. In der aktuellen Klage wird zudem behauptet, Garg habe Beschäftigte als „mortgage monkeys“ bezeichnet.
Eine interne Untersuchung seines Verhaltens kam zu dem Schluss, dass Garg an der Unternehmensspitze keine Kultur geschaffen habe, die wirksame interne Kontrollmechanismen ausreichend unterstützte. Better Home sei zudem weniger effektiv als andere Unternehmen der Branche darin gewesen, potenzielle Kunden zu gewinnen. Nach den Massenentlassungen über Zoom wurde Garg zunächst beurlaubt. 2022 kehrte er als CEO zurück. Vier Jahre später endete seine zweite Amtszeit – doch der Machtkampf um Better Home ist damit offenbar noch nicht beendet.
Text: Ty Roush
Foto: Scott Rosenthal