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Mitte März 2026 wurde in Deutschland das KRITIS-Dachgesetz verkündet. Viele Unternehmen müssen damit zum ersten Mal den physischen Schutz ihrer Anlagen systematisch nachweisen: mit Risikoanalysen, Meldepflichten und regelmässigen Audits. Wer künftig keine belastbare Dokumentation vorweisen kann, dem drohen hohe Bussgelder.
Die Inspektionsanforderungen steigen darüber hinaus auch branchenübergreifend, während die personelle Basis schrumpft. 83 Prozent der Unternehmen erwarten negative Folgen durch den Fachkräftemangel (DIHK-Fachkräftereport 2025/2026), in der Energiewirtschaft allein fehlen bis 2030 mehr als eine halbe Million Fachkräfte. Gleichzeitig bringt die Energiewende hunderttausende neue Kilometer Leitungen ins Netz, ESG-Berichtspflichten zwingen Immobilieneigentümer zur systematischen Zustandsdokumentation, und 84 Prozent der deutschen Unternehmen sehen sich regelmässig durch Infrastrukturmängel beeinträchtigt (IW-Studie 2025). Das Ergebnis: Inspektionszyklen werden gestreckt. Daten veralten. Risiken werden spät erkannt. Compliance-Nachweise werden zur grössten strukturellen Herausforderung.
Die Antwort auf diese Herausforderung heisst Automatisierung.
Immer mehr Unternehmen integrieren automatisierte, digitale Lösungen in alle Phasen des Inspektionsprozesses: Planung, Datenerfassung, Analyse, Dokumentation und Steuerung. Drei Entwicklungen stehen exemplarisch für diesen Wandel:
Immobilienwirtschaft:
Bestandsmanagement neu gedacht. Drohnenaufnahmen kombiniert mit KI-basierter Bildanalyse liefern präzise Informationen über Dächer, Fassaden und Grünflächen, flächendeckend und in kurzen Zyklen. Was zuvor wochenlange Berichtsarbeit bedeutete, verdichtet sich zu automatisierten Analysen in einem Bruchteil der Zeit, inklusive Nachweis der Verkehrssicherungspflicht.
Bauwirtschaft:
Digitale Zwillinge als Steuerungsinstrument. Laserscanning und photogrammetrische Befliegung liefern präzise digitale Zwillinge grosser Bauprojekte. Was früher Wochen an Auswertung erforderte, lässt sich heute in Stunden vom Schreibtisch erledigen. KI-gestützte Analysen erkennen Abweichungen automatisiert, Berichte fliessen direkt in BIM-Workflows ein. Die Dokumentationsbasis für Verkehrssicherungspflicht und Haftungsnachweis ist damit lückenlos.
Energieinfrastruktur:
Vom Monteur auf dem Mast zur automatisierten Trasse. Netzbetreiber setzen auf Drohnenflotten, die Strommasten und Leitungen binnen Minuten erfassen, ohne dass Personal in Höhen klettern muss. Hangar-Systeme ermöglichen automatisierte Befliegungen ganzer Trassenabschnitte in regelmässigen Zyklen. Die Daten fliessen direkt in KI-gestützte Analysesysteme: Schäden werden erkannt, klassifiziert und priorisiert, Berichte ohne manuellen Zwischenschritt erstellt. Was früher Tage erforderte, ist heute in Stunden erledigt, inklusive auditfähiger Dokumentation, die KRITIS-Nachweispflichten direkt bedient.
Die Technologien dahinter haben einen Reifegrad erreicht, der industriellen Einsatz erlaubt.
Drohnen und Robotik operieren heute weitgehend automatisiert und lassen sich aus grosser Entfernung koordinieren. Hochauflösende Sensorik, von LiDAR über Thermografie bis Spektralanalyse, liefert ein Informationsniveau, das manuelle Begehungen nicht erreichen. KI verarbeitet Datenmengen in Echtzeit, erstellt digitale Zwillinge und speist Berichte direkt in ERP- und EAM-Systeme ein. Was bisher nur mit wachsenden Teams skalierbar war, lässt sich heute mit gleichbleibendem Ressourceneinsatz auf den gesamten Bestand ausweiten.
In der Praxis befinden sich viele Unternehmen noch in einer aktiven Phase des Ausprobierens. Dabei entsteht jedoch häufig ein fragmentierter Tech-Stack: spezialisierte Tools, die nebeneinander existieren, aber keine durchgängige Datenbasis schaffen. Für KRITIS-Betreiber ist das kein abstraktes Architekturproblem, sondern ein Compliance-Risiko. Datenintegrität ist die Voraussetzung für verlässliche Automatisierung.
Der nächste Evolutionsschritt liegt in der Integration. Anbieter wie FlyNex haben sich darauf spezialisiert, einzelne Technologiebausteine zu einem nahtlos ineinandergreifenden System zu verbinden. Die Plattform ist speziell auf Inspektions-Workflows ausgelegt, individuell konfigurierbar und KI-gestützt. Erst auf dieser Grundlage entfalten Automatisierung und KI ihr volles Potenzial.
Christian Caballero, Chief Operating Officer bei FlyNex, kennt den Markt seit mehr als zehn Jahren:
„Mit dem KRITIS-Dachgesetz ist Infrastruktursicherheit endgültig zur Führungsaufgabe geworden. Im Kern geht es dabei um etwas recht Einfaches: Wer jederzeit Zugriff auf eine aktuelle, zentrale Datenbasis hat und diese über alle Beteiligten hinweg nutzen kann, ist in der Lage, Sicherheit nicht nur herzustellen, sondern auch nachvollziehbar zu belegen.
In der Praxis zeigt sich jedoch immer wieder das gleiche Problem. Infrastrukturen sind hochindividuell, mit unterschiedlichen Objekttypen, Schadensbildern und regulatorischen Anforderungen. Gleichzeitig sind in vielen Organisationen über Jahre hinweg IT-Landschaften entstanden, die aus zahlreichen Einzellösungen bestehen und nicht sauber miteinander verbunden sind. Dadurch fehlt die durchgängige Datenbasis, die es eigentlich braucht.
Solange diese beiden Aspekte nicht zusammengeführt werden, bleibt Automatisierung Stückwerk und auch der Einsatz von KI entfaltet nicht die gewünschte Wirkung.
Genau an dieser Stelle setzt die FlyNex-Plattform an. Sie bringt die einzelnen Schritte zusammen, von der Planung über die Datenerfassung bis hin zur Analyse und Integration in bestehende Systeme. Daraus entsteht ein durchgängiger Workflow, der sich an die jeweilige Infrastruktur anpassen lässt.
Die Effekte sind bei den Kunden deutlich spürbar. Inspektionskosten lassen sich im hohen zweistelligen Prozentbereich senken. Gleichzeitig können tausende Bilder innerhalb weniger Minuten ausgewertet werden, wofür zuvor oft mehrere Tage notwendig waren.
Heute werden über 500.000 Objekte über die Plattform verwaltet, ein grosser Teil davon ist kritische Infrastruktur. Betreiber erhalten damit einen belastbaren und aktuellen Überblick über den Zustand ihrer Assets.“
Infrastruktursicherheit war lange eine Frage des Personals. Heute ist sie eine Frage der Systemarchitektur.
Die Technologien sind vorhanden, Anwendungsfälle sind erprobt, die wirtschaftliche Logik ist eindeutig. Was Betreiber von Energienetzen, Gebäudebeständen und Verkehrswegen heute brauchen, ist kein weiterer Pilot, sondern die Konsequenz: ein durchgängiges System, das Zustandstransparenz in operative Sicherheit übersetzt.
Europas Infrastruktur wird nicht jünger. Die Frage ist nicht mehr, ob Inspektionsprozesse automatisiert laufen. Die Frage ist, wie schnell Betreiber den Schritt vom Ausprobieren zur Integration vollziehen und damit von der Datenmenge zur verlässlichen Sicherheit.
Sicher ist, wer vorher hinschaut. Und wer dabei auf ein System setzt, das nichts übersieht.
Inspektions- und Dokumentationsprozesse compliance-sicher automatisieren.