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Milliardärin Alice Walton investiert nicht in Luxusprojekte, sondern in die medizinische Ausbildung. Mit der Gründung einer eigenen Universität will die Walmart-Erbin den Ärztemangel bekämpfen und langfristig das Gesundheitssystem stärken.
Die US-Unternehmerin und Walmart-Erbin Alice Walton baut ihr Engagement im Gesundheitssektor deutlich aus. Mit der Gründung der Alice L. Walton School of Medicine in Arkansas investiert sie gezielt in die Ausbildung zukünftiger Ärzte. Die medizinische Fakultät startete 2025 mit ihrem ersten Studienjahrgang und gilt als eines der grössten privat finanzierten Ausbildungsprojekte im US-Gesundheitssektor der vergangenen Jahre.
Walton finanziert unter anderem die Studiengebühren für mehrere erste Abschlussjahrgänge. Ziel ist es, die wirtschaftliche Einstiegshürde für das Medizinstudium zu senken. In den USA zählt die Ausbildung von Medizinern zu den teuersten Studienrichtungen. Hohe Ausbildungskosten führen häufig zu erheblichen Schuldenbelastungen, die wiederum die spätere Berufswahl beeinflussen. Absolventen entscheiden sich dadurch häufiger für lukrative Spezialisierungen statt für unterversorgte Regionen oder allgemeinmedizinische Tätigkeiten.
Die neue medizinische Fakultät verfolgt ein erweitertes Ausbildungsmodell. Neben klassischer medizinischer Ausbildung setzt das Programm stärker auf Prävention, interdisziplinäre Zusammenarbeit sowie patientenzentrierte Versorgung. Damit reagiert die Initiative auf strukturelle Herausforderungen im US-Gesundheitssystem, insbesondere auf den zunehmenden Ärztemangel in ländlichen Regionen.
Die Investition zeigt zugleich einen breiteren Trend in der globalen Philanthropie vermögender Unternehmerfamilien. Private Grossspenden fliessen zunehmend in Bildungs- und Gesundheitsinfrastruktur. Diese Projekte gelten als langfristige Investitionen mit gesellschaftlicher Wirkung und stabilen volkswirtschaftlichen Effekten. Bildungseinrichtungen und medizinische Forschung zählen dabei zu den bevorzugten Förderfeldern.
Für den Bildungs- und Gesundheitsmarkt signalisiert das Projekt eine strategische Verschiebung: Private Initiativen gewinnen bei der Finanzierung medizinischer Ausbildung an Bedeutung. Gleichzeitig entstehen neue Ausbildungsmodelle, die stärker auf Prävention und nachhaltige Gesundheitsversorgung ausgerichtet sind.
Walton positioniert die medizinische Fakultät bewusst als langfristiges Infrastrukturprojekt. Neben Ausbildung umfasst das Konzept Forschung, Präventionsprogramme und Kooperationen mit regionalen Gesundheitseinrichtungen. Ziel ist es, medizinische Versorgung strukturell zu verbessern und gleichzeitig neue Ausbildungsstandards zu etablieren.
Das Projekt zeigt, wie private Kapitalströme zunehmend öffentliche Versorgungssysteme ergänzen. Besonders im Gesundheitssektor entstehen dadurch neue Modelle zwischen staatlicher Versorgung, universitärer Ausbildung und privat finanzierter Infrastruktur.
Foto: Wikimedia Commons