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Alexander Zehetmaier, Forbes Under 30-Listmaker 2025, stellt die Kernsoftware seines Start-ups Xinity ab heute Open Source zur Verfügung. Was als Reaktion auf Kundenwünsche begann, soll das Geschäft beschleunigen – und die Einstiegshürde für souveräne KI-Infrastruktur in Europa senken.
Am 1. April veröffentlicht Alexander Zehetmaier auf der GenAI-Konferenz in Zürich die Kernsoftware seines Start-ups Xinity – eine Lösung, für die Unternehmen bisher tausende Euro im Jahr bezahlt haben. Forbes hat mit ihm im Vorfeld darüber gesprochen, wie die Entscheidung gefällt wurde, und was der Schritt für Xinity bedeutet.
Die Entscheidung ergab sich aus der Arbeit mit den ersten zahlenden Kunden – darunter die Mediengruppe Wiener Zeitung. „Wir bieten eine On-Premise-Lösung an und installieren dann eine Blackbox auf dem Kundenserver. Das ist eigentlich ein Widerspruch“, sagt Zehetmaier. Die Kunden wollten sehen, erzählt er, was sie auf ihren Rechnern laufen lassen. Und genau das ermöglicht der offene Quellcode jetzt: Jede Zeile ist einsehbar. Das macht es für interne Compliance-Teams einfacher, die Software zu prüfen. Gleichzeitig kann Xinity neue Kunden einfacher onboarden.
Die Idee kam von Jonas Vander, Zehetmaiers Mitgründer und CTO von Xinity. Zehetmaier war anfangs skeptisch – man arbeite hart an dem Code, Kunden zahlten bisher fünfstellig im Jahr dafür. Warum ihn jedem zugänglich machen? Trotzdem setzen er und Vander nun darauf, dass Xinity nicht an der Software selbst verdient, sondern am „Enterprise Control Center“ – unter anderem umfasst das Sicherheits- und Compliance-Features –, sowie an der Betreuung der Infrastruktur und an KI-Beratung.
an der Laufzeit der Software, an Enterprise-Features und an der Betreuung der Infrastruktur – also daran, die Software bei grösseren Unternehmen mit mehreren Servern zum Laufen zu bringen und zu betreuen.
Enterprise Control Center (Dashboard, Sicherheits-, Compliance- und Multi-Tenant-Features (diese sind source-available unter ELv2 [ähnliche lizenz wie bei n8n]) sowie an der Infrastrukturbetreuung und KI Beratung.
Für den Vertrieb ändert sich damit die Logik. Entwickler sollen die Software herunterladen, testen und intern weiterempfehlen – als „Internal Champions“, so Zehetmaier, die den Kauf „von unten“ anstossen. „Die Entwickler unserer Kunden werden unseren Vertrieb ersetzen“, so Zehetmaier.
Für 2026 hat Xinity laut eigenen Angaben KI-Entwicklungs- und Beratungsaufträge im mittleren sechsstelligen Bereich gesichert, dazu kommen Förderprogramme. Das Ziel bis Jahresende: 15 und mehr zahlende Enterprise-Kunden und eine aktive Open-Source-Community. Das Kernversprechen bleibt dabei dasselbe: KI-Souveränität für Europa. Zehetmaier: „Cloud-Anbieter versprechen vertraglich, dass Daten in Europa bleiben. Bei uns verlassen sie physisch nie das Gebäude.“
Fotos: David Višnjić