Tolerogenixx

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Unerwünschte Abwehrreaktionen des eigenen Immunsystems soll laut dem Start-up bald Vergangenheit sein – davon werden vor allem Organempfänger profitieren.

Das Immunsystem ist der grösste Schutz des Menschen gegen jegliche Art von Fremdkörpern, wie etwa Krankheitserreger. Bei Organempfänger stellt das hochkomplexe Abwehrsystem jedoch ein ernstzunehmendes Problem dar. Denn wird einem ein Spenderorgan transplantiert, passiert es manchmal, dass die körpereigenen Abwehrzellen (T-Helfer und Antikörper) das gewebsfremde Organ angreifen. In dem Fall muss sich der Patient einer Immunsuppressions-Therapie unterziehen. Laut Tolerogenixx, einem Spin-off des Universitätsklinikums Heidelberg, ist diese langwierig, nicht immer effektiv und hat Nebenwirkungen.

Das Gründerteam rund um Matthias Schaier (CEO, Mi.), Anita Schmitt (CTO) und Christian Morath (CSO, li.) hat nun eine Alternative dazu entwickelt: Mittels eines patentierten Zelltherapieverfahrens werden die weissen Blutkörperchen insofern modifiziert, dass der Organempfänger eine Toleranz gegenüber dem Spenderorgan entwickelt. Das funktioniert so: Zuerst werden dem Spender weisse Blutkörperchen entnommen. Diese werden mit dem Tolerogenixx-Verfahren behandelt und modifiziert. Abschliessend werden die Blutzellen dem Organempfänger mittels einer Infusion zugeführt. Das ganze Verfahren dauert etwa vier bis sechs Stunden und ist laut Tolerogenixx „gut verträglich und kostengünstig“. „Das Verfahren wurde bereits bei In vivo-Studien (Studien an lebenden Organismen, Anm.) und im Zuge eines klinischen Heilversuchs beim Menschen erfolgreich getestet“, sagt CEO Schaier. Aktuell läuft eine weitere Studie – diese soll in den nächsten zwei Jahren abgeschlossen werden. Mit der kommerziellen Anwendung des Verfahrens rechnet Schaier nach Erhalt der Zulassung in naher Zukunft.

Forbes Editors

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