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Die WU Executive Academy startet mit einem neuen Gesicht ins Jahr 2026. Seit dem 1. Jänner leitet Sebastian Kortmann die Executive Academy der Wirtschaftsuniversität Wien. Der 43-jährige Strategie-Experte wechselt von Amsterdam nach Wien – und bringt auch eine ordentliche Portion Unternehmergeist mit.
Wien gilt als eine der lebenswertesten Städte der Welt. Auch für Sebastian Kortmann war das einer der Gründe, sein Büro an der Universiteit van Amsterdam gegen eines am Welthandelsplatz in Wien zu tauschen. „Es war die einmalige Möglichkeit, mich auf eine sehr verantwortungsvolle und spannende Aufgabe an einer der besten Universitäten Europas zu bewerben“, sagt Kortmann über seine neue Rolle als Dekan der WU Executive Academy.
Der Deutsche war zuletzt als Associate Professor für Strategy and Innovation in den Niederlanden tätig. In seinem Lebenslauf finden sich Stationen an der Universität St. Gallen, der University of San Diego und der ESADE in Barcelona. 2017 wurde er von Poets & Quants als einer der 40 besten Wirtschaftsprofessoren unter 40 Jahren ausgezeichnet. Neben der wissenschaftlichen Karriere war er stets auch in der Praxis verwurzelt: Als Mitgründer und Geschäftsführer mehrerer Unternehmen ist er eng mit der deutschen und niederländischen Start-up-Szene vernetzt.
Diese unternehmerische DNA soll nun auch der Executive Academy zugutekommen. Rupert Sausgruber, Rektor der Wirtschaftsuniversität Wien, setzt grosse Hoffnungen in den Neuzugang: Kortmann sei eine Persönlichkeit, die den erfolgreichen Kurs der letzten Jahre fortführen und gleichzeitig „wichtige neue Impulse im Bereich der Executive Education setzen wird.“
In den vergangenen Jahren prägte Unsicherheit wiederholt die Weltwirtschaft. Im Verlauf der Corona-Pandemie zwangen gestörte Lieferketten Unternehmen rund um den Globus, diese neu aufzustellen. Geopolitische Spannungen und Zoll-Konflikte rücken nun erneut grenzüberschreitende Warenströme in den Fokus. In diesem dynamischen Umfeld müssen Unternehmer und Führungskräfte schneller reagieren, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Doch auch der technologische Umbruch durch Künstliche Intelligenz zwingt zum radikalen Umdenken. Wer Entwicklungen verschläft, verliert den Anschluss – wer jedoch blind jedem Hype folgt, verschwendet kritische Ressourcen. Parallel dazu verschärft der demografische Wandel den Wettbewerb um Talente. In diesem Umfeld verschiebt sich das Anforderungsprofil für Führungskräfte grundlegend. „Vor zehn Jahren dachte ich, Führung heisst, die besten Antworten zu haben. Heute weiss ich: Führung heisst, die richtigen Fragen zu stellen“, unterstreicht Kortmann diese Entwicklung.
Sein Ziel für die kommenden vier Jahre ist klar definiert: Er will mit „neuen Impulsen” den Ruf der Executive Academy im In- und Ausland weiter ausbauen, sowie den Erfolgskurs der vergangenen 20 Jahre weiterführen. Dabei könnte ihm auch seine Erfahrung im Bereich Rankings und Akkreditierungen helfen, die er bereits in Amsterdam erfolgreich unter Beweis gestellt hat.
Trotz des Karrieresprungs bleibt Kortmann pragmatisch. Die Umzugskisten aus Amsterdam seien recht leer gewesen, denn er „hängt nicht wirklich an Dingen“. Nun gilt es, den rasanten Wandel der Wirtschaft auch auf akademischer Ebene mitzugestalten. In einer Zeit, in der sich Führungskräfte in einer immer komplexeren Welt behaupten müssen, muss auch ein Dekan Fragen stellen und Erkenntnisse überdenken. Das erhofft sich die Executive Academy – bei der Unternehmergeist ohnehin im Fokus steht.
Disclaimer: Forbes Austria arbeitet mit der WU Executive Academy regelmässig in verschiedenen Kooperationen zusammen. Dieser Beitrag wurde unabhängig davon und nach journalistischen Standards verfasst.
Fotos: Kirsten van Santen
Text: Forbes Redaktion