Repairon

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Der Name als Programm: Das Spin-off züchtet künstliches Herzgewebe, welches Patienten mit Herzmuskelschwäche eine längere Lebenserwartung ermöglichen soll.

Die Herzmuskelschwäche stellt einen Verlust an Herzmuskelgewebe dar – dies passiert etwa bei einem Herzinfarkt. Das Problem: die Herzmuskelschwäche ist irreparabel und schränkt die Lebenserwartung von Menschen dramatisch ein. Laut der Universitätsmedizin Göttingen (UMG) betrifft dies weltweit 23 Millionen Patienten. Wolfram-Hubertus Zimmermann (li.), Direktor des Instituts für Pharmakologie und Toxikologie an der UMG, befasst sich bereits lange mit der künstlichen Erzeugung von Gewebe; im Jahr 2002 gelang es ihm, Herzgewebe aus Stammzellen zu züchten. Zwölf Jahre arbeitete er an der Perfektionierung des Verfahrens. 2014 gründete er schliesslich gemeinsam mit Lothar Germeroth (re.) das UMG-Spin-off Repairon, um aus dem künstlichen Herzgewebe ein marktreifes Produkt zu entwickeln. Das erste therapeutische Produkt des Spin-offs soll das organische Gewebe „Engineered Heart Muscle (EHM)“ sein. Die Idee: im Körper implantiert, unterstützt EHM als „Herzpflaster“ krankes Herzgewebe bei ihrer Funktion. Dadurch wird die Lebensqualität und Lebenserwartung von Patienten mit Herzmuskelschwäche verbessert.

„Wir wollen am Standort Göttingen gemeinsam mit unseren Partnern hochinnovative zellbasierte Arzneimittel für die Wiederherstellung der Pumpkraft des kranken Herzens entwickeln“, fasst es  Zimmermann zusammen. Mit Partnern wie dem internationalen Pharma- und Laborzulieferer Sartorius, soll der Zellkultur-Prozess der Herzpflasterherstellung optimiert und für eine klinische Anwendung vorbereitet werden. In den nächsten zwei Jahren soll die weltweit erste klinische Studie zur „Resmuskularisierung des Herzens bei Herzmuskelschwäche“ in die Wege geleitet werden. Bis also das „Herzpflaster“ auf dem Markt kommt, werden also sicherlich einige Jahre vergehen. Einen nicht unwichtigen Beitrag für die Herzmedizin hat Repairon jedenfalls mit ihrer Forschungsarbeit bereits geleistet.

Forbes Editors

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