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Eine neue Studie von maxonline® analysierte 150 mittelständische Unternehmen im DACH-Raum. Das Ergebnis ist ein Weckruf für jeden Unternehmer, der glaubt, seine digitale Reputation sei unter Kontrolle. Stellen Sie sich vor, ein potenzieller Kunde fragt ChatGPT nach Ihrem Unternehmen. Die KI antwortet selbstsicher, nennt Leistungen, Standort und Fakten, die schlicht nicht stimmen. Der Name klingt plausibel, die Antwort wirkt professionell. Nur: Sie ist frei erfunden. Willkommen im Zeitalter der KI-Halluzination.
Überblick zur KI-Halluzination Studie von maxonline®
Falsche und erfundene Fakten der KI: Genau dieses Szenario hat die Agentur maxonline® zwischen März und April 2026 in einer empirischen Studie systematisch untersucht. 150 mittelständische Unternehmen aus Österreich, Deutschland und der Schweiz, verteilt auf elf Branchen, wurden mit über 450 standardisierten Prompts auf ihre KI-Darstellung geprüft. Die Ergebnisse übertrafen unsere schlimmsten Erwartungen. Lediglich vier von 150 Unternehmen wurden von ChatGPT vollständig korrekt beschrieben. Bei 45 Prozent schrieb die KI konkrete Falschinformationen, Gründungsjahre mit Abweichungen von über 160 Jahren, erfundene Zertifizierungen, fiktive Unternehmensgeschichten. Bei weiteren 37 Prozent verweigerte sie jede Aussage.
Das gefährlichste Muster
Nicht jede Fehlinformation ist gleich gefährlich. Völlig unbekannte Unternehmen erhalten von ChatGPT meist eine ehrliche Verweigerung: „Dazu liegen mir keine Informationen vor." Das ist unangenehm, aber beherrschbar. Das wirklich kritische Muster tritt bei Unternehmen auf, die eine fragmentierte digitale Präsenz haben – also bei der Mehrheit des österreichischen Mittelstands. „Unternehmen mit fragmentarischem KI-Wissen erhalten selbstbewusst vorgetragene Falschinformationen, die auf den ersten Blick korrekt wirken. Je ‚halb-bekannter' eine Firma ist, desto gefährlicher wird die Antwort", so Harald Fischl, Geschäftsführer maxonline® Marketing hfw GmbH. Diese Unternehmen existieren in den Trainingsdaten der KI-Modelle, aber nur lückenhaft. Das Modell ergänzt die Lücken mit plausibel klingenden Erfindungen. Ein Installateur aus Linz, der eine Website und ein paar Google-Bewertungen hat, ist gefährdeter als ein völlig unbekanntes Kleinstunternehmen ohne jede digitale Spur.
Kununu zerstört Reputationen, die Google aufgebaut hat
Ein weiterer Befund der Studie ist für Unternehmer besonders unangenehm: 97 Prozent aller negativen KI-Darstellungen basieren ausschliesslich auf Arbeitgeberbewertungsportalen wie Kununu, nicht auf Kundenbewertungen, nicht auf Presseberichten. Ein einziger frustrierter Ex-Mitarbeiter kann das gesamte KI-Profil eines Unternehmens vergiften. Gleichzeitig werden 56 Prozent der Unternehmen bei branchenspezifischen Empfehlungsfragen schlicht nicht genannt. Besonders betroffen laut maxonline®: die Immobilienbranche, die in unserer Studie eine KI-Sichtbarkeitsquote von null Prozent aufwies. Wer in ChatGPT nicht vorkommt, existiert für einen wachsenden Teil seiner potenziellen Kunden faktisch nicht.
Was jetzt zu tun ist
Die gute Nachricht: KI-Halluzinationen sind kein Schicksal. Sie entstehen aus einem Datenmangel. Und ein Datenmangel lässt sich beheben. Die Studie zeigt klar, dass Unternehmen mit strukturierten digitalen Grundlagen deutlich besser abschneiden. Betriebe mit branchenspezifischen Domains und Schema.org-Markup wurden häufiger korrekt zugeordnet und empfohlen. Drei Massnahmen, die sofort wirken:
- Erstens, Kerndaten aktiv kontrollieren: Gründungsjahr, Geschäftsführung, Standorte und Zertifizierungen müssen prominent und konsistent auf der eigenen Website stehen.
- Zweitens, maschinenlesbares Markup implementieren: Organization- und Service-Markup nach Schema.org gibt KI-Modellen verifizierbare Primärquellen.
- Drittens, externe Quellen aktiv steuern: Einträge in seriösen Branchenverzeichnissen und strategisch aufgebaute Bewertungsprofile schaffen das digitale Fundament, aus dem KI-Modelle schöpfen.
Die Suche verlagert sich rasant. Bereits mehr als die Hälfte aller Google-Suchanfragen endet heute mit einer KI-Zusammenfassung, ohne dass der Nutzer eine Website besucht. Wer in dieser Antwort falsch dargestellt wird oder gar nicht erscheint, verliert Kunden, Mitarbeiter und Vertrauen, ohne es zu merken.
Die vollständige Studie von maxonline® mit allen Branchendaten ist kostenlos verfügbar unter max-online.at/studien/ki-halluzination. Für eine passende Beratung gibt es weitere Informationen unter max-online.at.
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