Minds Medical

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Ärzte müssen sich in Krankenhäusern mit jeder Menge Papierkram herumschlagen. Der Schlüssel zur Entlastung sind für das Start-up Daten und künstliche Intelligenz.

Manchmal lassen sich ärztliche Tätigkeiten und Dokumentationsarbeiten in Krankenhäusern nicht ganz trennen. Bei alleine 20 Millionen Patienten in Deutschland, die jährlich stationär behandelt werden, sei das keine einfache Sache, so die Gründer von Minds Medical. Bei der Abrechnung müssen Krankenhäuser beispielsweise entweder Ärzte oder extra Medizincontroller (das Tätigkeitsfeld verbindet krankenhausspezifische und betriebswirtschaftliche Kenntnisse mit fundierter medizinischer Kompetenz, Anm.) einsetzen. Dabei könnten Mediziner ihre Arbeitszeit viel besser nutzen, wenn sie direkt bei den Patienten sind, so der Ansatz des im Sommer 2016 gegründeten Start-ups. Das Unternehmen, das seit diesem August als Minds Medical GmbH firmiert, hat deshalb die Software „MM-care“ entwickelt, die auf künstlicher Intelligenz (KI) basiert. „Für Krankenhäuser bieten wir mit unserer Softwarelösung ,MM-care’ eine Automatisierung der Codierung von Fallakten an. So können sie die Abrechnung mit den Krankenkassen automatisieren“, so die beiden Gründer Lukas Naab (li.) und Mattias Bay (re.). Bereits nach kurzer Anlernzeit lasse sich rund die Hälfte aller Patientenfälle so durchführen.

Abgesehen davon konzentriert sich das vom Unibator der Goethe-Universität Frankfurt (unterstützt insbesondere technologiebasierte Unternehmen  bei der Gründung, Unternehmenswachstum und bei der internationalen Expansion, Anm.) geförderte Unternehmen auf ein weiteres Geschäftsfeld: Versicherungsunternehmen wird bei der Prüfung von Anträgen bei der medizinische Risikoanalyse unter die Arme gegriffen. Bisher beurteilten zumeist Versicherungsmakler im Rahmen einer Kranken- und Lebensversicherung die individuellen Gesundheitsrisiken eines Kunden. Darauf basierend wurden diese in bestimmte Risikogruppen – und Prämienklassen – eingeteilt. Die medizinischen Vorkenntnisse der Makler seien hierbei meist jedoch Mangelware, so Minds Medical, wodurch Kunden etwa in falschen Risikogruppen landen würden. „Die Software ,MM-sure’ analysiert selbstständig medizinische Risiken jedes potenziellen Neukunden und bietet auf Grundlage von eingereichten Arztbriefen den jeweils passenden Tarif an oder reguliert den Schaden/Leistungsprozess.“ Die hohen Kosten für medizinische Risikoevaluierungen und Maklervertriebe könnten so eingespart werden. Für die Zukunft will Minds Medical jedenfalls den eingeschlagenen Weg konsequent weiterführen: „Wir wollen weiter wachsen und uns am Markt als die ,Go-To‘-Lösung etablieren, wenn es darum geht medizinische Texte automatisch zu verstehen.“

Forbes Editors

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