Milliardäre lagen 2025 mit dem S&P-500 meist falsch

Forbes hat Anfang 2025 bei 34 Milliardärinnen und Milliardären nachgefragt, wie sich der S&P 500 im Jahresverlauf entwickeln würde. Das Ergebnis: Selbst Vermögensprofis treffen den Markt selten treffsicher.

Auch Marktgrössen sehen die Zukunft nicht. Zu Beginn von 2025 befragte Forbes 34 Milliardäre, wie sie die Entwicklung des S&P 500 für das laufende Jahr einschätzen. Mehr als die Hälfte lag deutlich falsch.

Am Ende stand der Index 2025 mit einem Plus von 16% da – eine überdurchschnittliche Jahresrendite, wenn man bedenkt, dass der S&P 500 über die vergangenen sieben Jahrzehnte im Schnitt rund 10% pro Jahr zulegte. Gleichzeitig blieb das Ergebnis unter den starken Vorjahren: 2024 gewann der Index 23%, 2023 waren es 24%.

Die befragten Milliardäre setzten jedoch überwiegend auf eine vorsichtigere Variante. Knapp die Hälfte erwartete für 2025 einen Seitwärtsmarkt oder Rückgänge. Weitere 35% – die grösste Gruppe – rechneten zwar mit einem Anstieg, jedoch nur im einstelligen Prozentbereich. Nur 7 der 34 Befragten (21%) trafen die richtige Bandbreite und sagten voraus, dass der S&P 500 das Jahr zwischen 10% und 20% im Plus beendet.

Einer davon war Samir Mane, Albaniens erster Milliardär. „Ich bin generell sehr optimistisch, was KI betrifft – und deshalb dachte ich, dass die Vorteile von KI viel früher sichtbar werden als erwartet“, sagt der Investor. Grosse Wachstumswerte wie Alphabet und Nvidia sowie weitere Profiteure des KI-Booms wie Broadcom und Palantir trieben den Aufschwung. KI-bezogene Aktien hätten laut J.P. Morgan rund 75% der gesamten S&P-500-Rendite beigesteuert. Mane erwartet auch für 2026 ein starkes Jahr für den Index – erneut gestützt durch KI-Unternehmen.

Zu jenen, die wie Mane richtig lagen, zählen unter anderem Immobilienunternehmer Larry Connor, Medizintechnik-Milliardär Joe Kiani sowie der Investor David Hoffmann aus Florida, der künftig Eigentümer der Pittsburgh Penguins werden soll.

Auf der anderen Seite gingen 35% der Befragten davon aus, dass der Markt 2025 in unterschiedlichem Ausmass fallen würde – darunter 9%, die ein Minus von mehr als 20% erwarteten. Zu den Skeptikern gehörte auch der 76-jährige Hausbauer Pat Neal aus Florida, der mit einem Rückgang von 10% bis 20% rechnete. „Ich bin überrascht, dass [der S&P 500] so gut gelaufen ist – ich hatte das nicht erwartet“, sagt Neal. Er habe angenommen, der Index würde sich stärker an der realen Wirtschaft orientieren. Hohe Zinsen und seine Perspektive aus dem Baugeschäft hätten seine Einschätzung zusätzlich gedrückt. Und auch mit Blick auf 2026 zeigt er sich nicht besonders zuversichtlich – räumt aber ein, dass er 2025 ebenfalls danebenlag.

Weitere Pessimisten waren etwa der französische Logistikmilliardär Eric Hémar, der kanadische Finanzdienstleistungs-Milliardär Stephen Smith sowie der kanadische Immobilienmilliardär Bill Malhotra.

Dabei lagen die Befragten nicht zwingend schlechter als viele andere – weder Privatanleger noch grosse Häuser. Anfang Dezember 2024 prognostizierte die Bank of America für 2025 eine Rendite von 10%, Goldman Sachs und Morgan Stanley rechneten mit rund 7,5%. Eine Vanguard-Umfrage ergab, dass die Öffentlichkeit für 2025 mit 6,4% rechnete.

Deutlich besser schnitten die Milliardäre bei einer anderen Frage ab: Forbes liess jede Person ausserdem eine Aktie nennen, die man kaufen oder halten solle. Drei – darunter Neal – entschieden sich für Nvidia, das 2025 um 39% zulegte. Weitere Nennungen waren unter anderem die Howard Hughes Corporation (+4%), XP (+38%), Palantir (+135%) und Robinhood (+200%). Von insgesamt 18 konkreten Aktientipps verloren nur zwei 2025 an Wert: der indonesische Getränkekonzern Tanobel (–37%) sowie der iShares Bitcoin Trust ETF (–6%).

Unterm Strich gehen die Milliardäre reicher denn je in das Jahr 2026 – und zumindest Mane hält auch das nächste Börsenjahr für chancenreich. Gleichzeitig warnt er vor zu viel Ehrfurcht vor grossen Vermögen: „Wenn wir den Aktienmarkt perfekt vorhersagen könnten, wären wir keine Milliardäre. Wir wären Billionäre.“

Text: Simone Melvin
Foto: Sora

Forbes Digital

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