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Der Algorithmus ist gnadenlos. Noch nie war der Druck zur Sichtbarkeit grösser. Authentizität gilt heute als vermeintlicher Schlüssel zu Reichweite und Relevanz. Dafür müssen Unternehmer, Führungskräfte und Creator:innen persönlich werden. Sie bewegen sich insofern allerdings in einem Spannungsfeld, denn zwischen dem ersten Frühstücksfoto und der Live-Übertragung der Ehekrise liegt ein gefährlich schmaler Grat.
Immer häufiger verlieren Persönlichkeiten ihre Glaubwürdigkeit nicht durch fachliche Schwächen, sondern durch Überexponierung. Eigene Tiefpunkte werden zu Story-Serien und interne Fehler zum öffentlichen Drama. Kurzfristig erzeugt dies Aufmerksamkeit, langfristig untergräbt es oftmals Vertrauen.
Die Ironie: Während uns Plattformen wie LinkedIn, Instagram und TikTok zu stärkerer Transparenz drängen, fragen sich mehr und mehr erfolgreiche Menschen insgeheim, wie viel von ihnen wirklich öffentlich sein muss. Daher lautet die entscheidende Frage nicht, ob man sichtbar sein sollte, sondern wie bewusst diese Sichtbarkeit gestaltet wird. Eine Antwort hierauf ist laut Max Borer komplexer, als es zunächst scheint und weitaus strategischer, als die meisten vermuten.
Die Kostenfalle der totalen Transparenz
Authentizität ist zum Buzzword der digitalen Wirtschaft avanciert. Doch irgendwo zwischen „echt sein“ und „alles zeigen“ liegt ein fundamentaler Denkfehler. Es geht kaum darum, alles aus dem privaten Bereich preiszugeben. Faktisch beraubt sich jeder, der bestehende Grenzen auflöst, direkt einer strategischen Reserve und hat auf Dauer nichts Neues mehr anzubieten.
Max Borer, Gründer und Geschäftsführer der international agierenden Creator-Agentur LUX Agency, kennt diese Dynamik aus eigener Erfahrung. Der Entrepreneur begann recht früh, sich öffentlich zu positionieren und führt mit gerade einmal 21 Jahren bereits ein Team von 30 Mitarbeitern, spezialisiert auf die Betreuung von lukrativen Creator-Accounts. Heute blickt der Unternehmer deutlich reflektierter auf diese Phase zurück: „Ich war frisch 18, als ich damit angefangen habe. Ich war, denke ich, schon immer sehr weit für mein Alter, aber ich hatte da sicherlich noch nicht die Weitsicht, die viele Leute haben.“
Das Manko abgeklärter Besonnenheit ist kein Einzelfall, sondern ein strukturelles Risiko der Creator Economy, welches schon zahlreiche vielversprechende Karrieren beschädigt hat. Zwar wird Sichtbarkeit belohnt, differenzierte Betrachtung hingegen selten, denn das Internet vergisst nicht. Denken wir an Influencer, deren Beziehungskrisen zum Online-Hit wurden. Das Problem dabei: Was einmal im Netz ist, bleibt im Netz. Inhalte, die in einer bestimmten Lebensphase passend erscheinen, können Jahre später zum echten Reputationsrisiko werden.
Erfolgreiche Vorbilder zeigen, dass es auch anders funktioniert. Tim Ferriss, Autor und Investor, hat es vorgemacht. Er teilt seine Business-Strategien rundheraus, hält sein Familienleben jedoch konsequent von der Öffentlichkeit fern. Auch Gary Vaynerchuk baut seine Marke auf Energie und Hustler-Mentalität auf, ohne seine Kinder zum Bestandteil der Content-Strategie werden zu lassen. Die erfolgreichsten Personal Brands haben es allesamt verstanden: Mystery schafft Magnetismus.
Die vier Sphären einer intelligenten Personal Brand
Langfristige Effekte und Anerkennung benötigen ein klares Framework. Nicht jede Information muss geteilt werden, schon gar nicht mit der breiten Masse. Starke Personal Brands folgen einem bewussten Ordnungsprinzip. Bewährt hat sich die Einteilung in vier klar definierte Sphären der Sichtbarkeit.
Sphäre 1: Öffentlich und strategisch
Hier liegt der Markenkern, tatsächlich die fachliche Expertise, berufliche Erfolge und Learnings aus Projekten. Max Borer nutzt diese Ebene gezielt für seine Firma und gibt Einblicke in den Aufbau von LUX Agency, beispielhaft in die internationale Ausrichtung mit dem Standort Zypern, das schnelle Wachstum und die professionellen Standards bei der Creator-Betreuung. Seine Business Stories bleiben dadurch authentisch, ohne private Details preiszugeben. Sichtbar wird Kompetenz, nicht sein Privatleben.
Sphäre 2: Selektiv persönlich
Auf dieser Ebene wird Nähe geschaffen, Grenzen hingegen bleiben bestehen. Werte, Überzeugungen und Entscheidungslogiken verleihen einer Marke Tiefe und gestalten sie greifbar. Ausschlaggebend ist die Philosophie dahinter. Im Fokus steht, authentische Einblicke zu gewähren, den privaten Bereich jedoch aussen vor zu lassen – konkret bedeutet das: Transparenz über Arbeitsabläufe, Teamstrukturen, konkrete Zahlen und Business-Challenges, inklusive Fehlern und Learnings. Der private Bereich wie Familie, Wohnort oder persönliche Beziehungen bleibt dabei aussen vor. Die Festlegung der Boundaries ergibt sich aus der individuellen Vorstellung und Absicht, sollte jedoch nicht unüberlegt geschehen.
Sphäre 3: Kontrolliert privat
Familie, Beziehungen und persönliche Meilensteine dürfen selbstverständlich existieren, gleichwohl nicht instrumentalisiert werden. Sichtbarkeit findet hier ausschliesslich im selbst gewählten Rahmen statt. Borer verfolgt diesbezüglich eine klare Linie: „Ich lebe eigentlich ein ziemlich traditionelles Familienleben. Ich bin, denke ich, ein sehr liebender Partner und auch ein sehr liebender Papa.“ Die Information ist bewusst platziert, das Narrativ bleibt geschützt und wird nicht zum Content. Unternehmerinnen wie Lea-Sophie Cramer oder Verena Pausder handhaben dies ähnlich: präsent, aber selbstbestimmt. Private Momente mit Anhang werden vereinzelt gezeigt, ohne Kinder zur Strategie zu machen.
Sphäre 4: Absolut geschützt
Auf dieser Stufe gibt es keine Kompromisse. Intimitäten, Konflikte, ureigene Krisen oder finanzielle Details gehören nicht in die Öffentlichkeit, jedenfalls dann nicht, wenn es sich um eine professionelle Personal Brand handelt. Grauzonen sind hier tabu. Die erfolgreichsten Führungspersönlichkeiten – von Jensen Huang bei NVIDIA bis Elon Musk – haben diesen Punkt exakt verstanden: Manche Türen bleiben bewusst verschlossen.
Max Borer über den strategischen Vorteil der Zurückhaltung
In Zeiten permanenter Selbstdarstellung wird Zurückhaltung zum Kennzeichen echter positiver Effekte. Psychologisch ist das gut erklärbar: Menschen projizieren Kompetenz, Souveränität und Erfolg auf das, was nicht vollständig sichtbar ist. Ein gewisses Mass an professioneller Distanz erzeugt Autorität.
Bestätigt wird dieser Mechanismus bei einem Blick auf diejenigen, die Berufe bekleiden, deren Basis Vertrauen darstellt. Ärzte, Anwälte oder Top-CEOs teilen Expertise und Kompetenz statt Krisen und Dramen. Erfolgreiche Menschen sind präsent, aber nicht penetrant. Dieses Prinzip überträgt Max Borer konsequent auf seine eigene Sichtbarkeit. Sein Schwerpunkt liegt eindeutig auf Fachkompetenz in der Creator Economy und professionellem Business-Management. LUX Agency positioniert sich bewusst über Standards, Prozesse und langfristiges Denken. Mehr als 15 Creator:innen werden nachhaltig betreut, parallel wurden bereits über 150 Unternehmer strategisch gecoacht. Hier liegt das Erfolgsrezept in der Kommunikation, denn dieselbe bleibt durchgehend sachlich und lösungsorientiert, ohne das Private auszustellen.
Gerade diese Balance funktioniert und ist dabei sehr vielversprechend: Öffentlich mit Business-Know-how, zurückhaltend mit privatem Content. Das schafft Vertrauen, ohne Angriffsfläche zu bieten.
Die Red Flags: Wann Authentizität zum Eigentor wird
Bestimmte Warnsignale deuten darauf hin, dass Authentizität in Selbstsabotage umschlägt. Dazu zählen Inhalte, die regelmässig aus Konflikten entstehen, seien es Partner oder der Nachwuchs als wiederkehrende Content-Elemente respektive die Monetarisierung nahezu jedes Lebensbereichs. Auch das Teilen vorhandener Krisen in Echtzeit zählt dazu.
Dabei sind die langfristigen Folgen gravierend. Reputationsschäden lassen sich nur schwer richten und falls ja, kann es oft Jahre dauern. Privates wird zur Verhandlungsmasse in geschäftlichen Kontexten. Gleichzeitig steigt die Gefahr von Erschöpfung, da Safe Spaces fehlen und ein Ausruhen ausserhalb der Creator-Welt nicht mehr umsetzbar ist. Mitunter können diese Umstände gesundheitliche Folgen wie Burnout hervorrufen. Kein Geheimnis ist, dass die Liste derjenigen Influencer, die zurückrudern mussten, immer länger wird,
Max Borer reflektiert heute offen über seine frühen Entscheidungen: „Viele Unternehmer in meiner Branche meiden bewusst die Öffentlichkeit. Ich war 18 und habe das damals aus Tatendrang und beruflicher Ambition einfach gemacht." Was zunächst wie Leichtsinn aussehen mag, wurde schnell zur Lernkurve. Borer setzte sich früh intensiv mit den Konsequenzen auseinander und entwickelte ein strategisches Bewusstsein für Reputation und Aussenwirkung – ein Vorteil, der ihn heute von Mitbewerbern unterscheidet, die im Verborgenen bleiben.
Der Aktionsplan: Grenzen ziehen, die sich richtig anfühlen
Wie lässt sich also eine gesunde Balance finden, die für die eigene Persönlichkeit geeignet ist? Ein strukturierter Ansatz schafft Klarheit.
Schritt 1: Ein Personal-Brand-Audit durchführen.
Welche Inhalte sind bereits öffentlich? Was bereut man davon? Was davon würde man heute anders kommunizieren? Und wo liegt die eigene Komfortzone, jenseits von algorithmischen Erwartungen?
Schritt 2: Die „Oma-Regel“ anwenden.
Würde man wollen, dass die eigene Grossmutter das liest? Und würde man in zehn Jahren selbst noch dahinterstehen? Max Borer agiert an dieser Stelle bewusst langfristig: „Ich denke, bis mein Sohn mich fragt, was ich beruflich mache, werde ich geschäftlich etwas anderes tun.“ Dieser Ansatz, über den aktuellen Moment hinauszudenken, verändert Prioritäten und ist entsprechend massgebend.
Schritt 3: Team und Partner einbeziehen.
Der Inhaber von LUX Agency trifft strategische Entscheidungen stets gemeinsam mit seinem Team. Ferner gibt es unmissverständliche Richtlinien, welche Details der betreuten Creator:innen publiziert werden und welche nicht. Besonderen Respekt geniessen die Grenzen von Familie und Partnern. In diesem Kontext ist professionelle Beratung kein Kontrollverlust, sondern Ausdruck von Qualität.
Schritt 4: Definiere Content-Kategorien.
Was kann immer unkritisch und ohne Bedenken geteilt werden? Fachliche Insights, Business-Learnings und ausgewählte Erfolge. Welche Themen erfordern vorherige Überlegungen und einzelfallbezogene Abwägungen? Persönliche Geschichten oder Werte-Statements. Was bleibt stets tabu? Intimitäten, Konflikte, finanzielle Privatangelegenheiten.
Max Borers zentrales Learning aus dem Aufbau seiner eigenen Brand und der Arbeit mit zahlreichen Influencern: „Wenn du dir der Konsequenzen bewusst bist und bereit bist, sie zu tragen, dann ist es okay, derartige Entscheidungen zu treffen.“ Diese Philosophie zieht sich durch sämtliche Bereiche von LUX Agency, von der eigenen Sichtbarkeit bis zur Beratung der Coaching-Klienten.
Die neue Authentizität: Kuratiert, nicht konstruiert
Nicht die Personal Brands, die am lautesten sind, werden in der Zukunft die erfolgreichsten sein – vielmehr diejenigen, die am klarsten kommunizieren. Authentizität bedeutet keineswegs, alles zu zeigen. Sie bedeutet, glaubwürdig zu sein in dem, was man präsentiert und konsequent in dem, was man schützt. Hierdurch ergibt sich keine Täuschung, sondern eine Professionalität mit Themen, die geteilt werden.
Max Borer verkörpert diesen Ansatz: transparent im Business, zurückhaltend im Privaten. „Ich mache kein Geheimnis aus meinen beruflichen Aktivitäten. Gleichzeitig achte ich auch jetzt schon bewusst darauf, wie mein derzeit einjähriger Sohn meine Online-Präsenz später wahrnehmen wird.“ Solche Aussagen ermöglichen Einblicke in Haltung und Denkweise, ohne Intimität preiszugeben. Diese Art der Authentizität macht LUX Agency aus, nämlich bewusst, konsequent und langfristig.
Die Fragen, die letztlich für eine Personal Brand perspektivisch alles ausmachen, sollten daher lauten: Wofür will ich in zehn Jahren bekannt sein? Welche Informationen dienen diesem Ziel und welche würde ich bereuen? Die Antworten darauf entscheiden, ob Sichtbarkeit zum nachhaltigen Karriere-Booster wird oder zur tickenden Zeitbombe.
FAQ: Personal Brand vs. Privatleben – Die richtige Balance finden
1. Wie viel Privatleben sollte Teil einer Personal Brand sein?
So viel wie strategisch sinnvoll ist – und nicht mehr. Entscheidend ist, bewusst zu wählen, was der eigenen Positionierung dient, ohne langfristige Reputationsrisiken einzugehen.
2. Warum kann zu viel Transparenz problematisch sein?
Überexponierung kann kurzfristig Aufmerksamkeit bringen, langfristig jedoch Glaubwürdigkeit und Vertrauen untergraben. Was einmal online ist, bleibt dauerhaft sichtbar.
3. Was sind die vier Sphären einer intelligenten Personal Brand?
- Öffentlich & strategisch (Expertise, Erfolge),
- Selektiv persönlich (Werte, Learnings),
- Kontrolliert privat (Familie ohne Inszenierung),
- Absolut geschützt (Intimitäten, Krisen, sensible Details).
4. Woran erkennt man, dass Authentizität zur Selbstsabotage wird?
Wenn Konflikte, Krisen oder private Beziehungen regelmässig zum Content werden oder nahezu jeder Lebensbereich monetarisiert wird, drohen langfristige Reputationsschäden.
5. Wie lässt sich eine gesunde Balance zwischen Sichtbarkeit und Privatsphäre entwickeln?
Durch ein bewusstes Personal-Brand-Audit, klare Grenzen, die „Oma-Regel“ (Langfristigkeit prüfen), feste Content-Kategorien und strategische Abstimmung mit Team oder Partnern.
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