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Wie Krisenmanager Marcus Held Unternehmen hilft, kritische Situationen früh zu entschärfen
Krisen in Unternehmen beginnen selten mit einem grossen Knall. Häufig starten sie mit kleinen Signalen: ein verzögertes Projekt, ein angespanntes Gespräch im Management oder ein Partner, der plötzlich kritischer nachfragt. Viele Führungskräfte nehmen diese Warnzeichen zunächst nicht ernst. Sie hoffen, dass sich Spannungen von selbst lösen. Doch genau in dieser Phase entscheidet sich oft, ob ein Problem beherrschbar bleibt – oder zur Krise wächst.
Hinzu kommt eine unangenehme Realität vieler Märkte: Wo Geld fliesst, ist auch Druck. Nicht jeder Marktteilnehmer agiert sauber. Konflikte können schnell eskalieren. Sie werden persönlich, manchmal sogar drohend – im Extremfall auch strafrechtlich relevant.
Krisenmanager Marcus Held beobachtet diese Dynamiken seit Jahren in seiner Arbeit mit Unternehmern und Investoren. „Doch bevor es so weit kommt, steht fast immer ein Moment der Entscheidung: Ziehe ich die Reissleine – oder rede ich mir die Lage schön?“, sagt der Volljurist, der von Berlin aus die gleichnamige Marcus Held Consulting betreibt. Viele Führungskräfte zögerten zu lange, weil sie keine Unsicherheit zeigen wollten oder Gesellschafter nicht beunruhigen möchten. Gleichzeitig fehle häufig ein vertraulicher Sparringspartner: „Im eigenen Unternehmen will niemand Schwächen offenlegen. Im privaten Umfeld gibt es Verständnis – aber keine Strategie“, berichtet er von der Notwendigkeit, sich professionelle Hilfe zu holen.
Schwerpunkt: Heikle Mandate
Helds MH Consulting begleitet Geschäftsführer und Eigentümer genau in solchen Situationen. Sein Ansatz geht dabei über klassische Krisenberatung hinaus. Er analysiert bei Bedarf auch wirtschaftliche Kennzahlen ebenso wie Entscheidungsstrukturen und persönliche Dynamiken in Unternehmen. „Wer trifft Entscheidungen? Wo entstehen Reibungsverluste? Welche Gespräche finden nicht mehr statt? Solche Details zeigen oft früher als jede Bilanz, ob ein Unternehmen auf eine Krise zusteuert“, erklärt er.
Viele Krisen entwickeln sich schleichend. Entscheidungen werden vertagt, Verantwortlichkeiten verschwimmen, Konflikte bleiben unausgesprochen. Held sieht darin ein typisches Muster. „Krisenmanagement beginnt nicht erst, wenn es brennt. Es beginnt viel früher – mit Vorbereitung und mit der Fähigkeit, Warnsignale wahrzunehmen“, sagt er.
Ein zentraler Teil seiner Arbeit besteht deshalb darin, Transparenz herzustellen. Gemeinsam mit Geschäftsführern und Gesellschaftern definiert er Eskalationsstufen, strukturiert Entscheidungsprozesse und ordnet die Kommunikation zum Beispiel mit Investoren, Banken oder Behörden neu. Ziel ist es, Situationen zu stabilisieren, bevor sie ausser Kontrolle geraten. „Wenn Gespräche abbrechen oder gar nur noch Anwälte miteinander sprechen, ist meist schon alles blockiert. Dann bleiben konstruktive Lösungen auf der Strecke“, so Held.
Geprägt von eigener Krisenerfahrung
Solche Phänomene lassen sich grundsätzlich in jeder Branche beobachten. Besonders deutlich treten sie jedoch in der Immobilien- und Projektentwicklungsbranche zutage – Helds Domäne. Hier treffen langfristige Finanzierung, politische Rahmenbedingungen und eine Vielzahl beteiligter Akteure aufeinander. Entwickler, Banken, Bauunternehmen, Behörden und Investoren verfolgen eigene Interessen. Schon kleine Verzögerungen können komplexe Kettenreaktionen auslösen.
Eine ausstehende Genehmigung, steigende Baupreise oder ein Finanzierungspartner, der plötzlich vorsichtiger agiert – all das kann ein Projekt destabilisieren. Gerade dann entscheidet Kommunikation über den weiteren Verlauf eines Projekts. Wenn Banken nervös werden oder politische Rahmenbedingungen wanken, reicht operative Routine oft nicht mehr aus. Dann braucht es klare Führung und strukturierte Gespräche zwischen allen Beteiligten.
Held kennt diese Dynamiken auch aus eigener Erfahrung. Eine öffentliche Krise in seiner eigenen politischen Laufbahn habe seinen Blick auf Risiken nachhaltig verändert, sagt er. Entscheidend sei in solchen Situationen vor allem eines: Verantwortung übernehmen, die Lage ehrlich analysieren und konsequent handeln.
Für Projektentwickler – und für Unternehmer generell – bleiben zwei Grundprinzipien bestehen: Risiken gehören zum Geschäft – und viele Faktoren liegen ausserhalb der eigenen Kontrolle. Doch Projekte dürfen kein Blindflug sein. „Wer Warnsignale früh erkennt, gewinnt Handlungsspielraum“, sagt Held. „Und erhöht die Chance, das Projekt am Ende erfolgreich abzuschliessen.“
Kontakt: https://marcusheld.de