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Enterprise Schweiz baut an der radikalen Vereinfachung des Reisens. Zwischen App-Steuerung und einer Kooperation mit den SBB verschwinden Schalter und Wartezeiten. Das Ziel von CEO Marco Venturini: eine kundenorientierte Mobilitätsplattform, die das Auto nahtlos in den digitalen Alltag integriert.
Die Welt ist in Bewegung: Laut einer Studie von McKinsey sind aktuell weltweit mehr als 1,3 Milliarden Fahrzeuge in Nutzung. Dass diese aber nicht immer effizient eingesetzt werden, zeigen weitere Zahlen des Beratungshauses: In Los Angeles verbrachten die Menschen zuletzt 119 Stunden pro Jahr im Stau; in München mussten Fahrer 87 Stunden warten. Hinzu kommt, dass sich die Mobilität nachhaltig ändert: Neben dem Auto sind Menschen mit dem Flugzeug, in Zügen, mit dem Fahrrad, auf E-Scootern oder zu Fuss unterwegs – technologische Veränderungen bringen die nächste Revolution in der Art und Weise, wie wir uns von A nach B fortbewegen.
Doch bei allen Zukunftstrends ist die Mobilitätsbranche heute dennoch oft noch veraltet, langsam und wenig technologisiert. Genau das sieht Marco Venturini, CEO von Enterprise Schweiz, als grosse Chance: Er versteht das eigene Unternehmen nicht mehr als klassischen Vermieter, sondern als Mobilitätsplattform, die das Auto nahtlos in den digitalen Alltag integriert. Sein Ziel ist dabei so simpel wie ambitioniert: «Unser Anspruch ist es, Mobilität so einfach, flexibel und zuverlässig wie möglich zu machen», sagt Venturini.
Das Motto ist klar: «Keine Schalter, kein Papier, keine Wartezeiten – 100 % appbasiert.» Das Unternehmen, das vor einigen Jahren die Enterprise-Lizenz für die Schweiz übernahm, entschied sich bewusst für die Kombination aus lokaler unternehmerischer Freiheit und der Strahlkraft einer internationalen Marke. Das ursprüngliche Modell war stark auf den internationalen Tourismus ausgelegt – bis die Pandemie die Welt zum Stillstand brachte. Doch für Venturini war die Krise kein Stopper, sondern ein Katalysator: «Die Pandemie war nicht der Auslöser, sondern der Beschleuniger unserer Strategie.» Mit Enterprise GO wurde eine Lösung geschaffen, die «perfekt auf urbane und lokale Bedürfnisse ausgerichtet ist».
Die Schweiz dient dabei als Innovationslabor – in einem kleinen und technologieaffinen Markt lassen sich Lösungen testen, die über die hauseigene Ride Tech AG international skaliert werden können. Mit über 180 Standorten an Verkehrsknotenpunkten und einer engen Partnerschaft mit den SBB wird das Auto zum zentralen Baustein einer multimodalen Reisekette – der Kunde wechselt situativ zwischen Schiene und Strasse. Dabei gewinnt Enterprise nicht über den Preis, sondern über Vertrauen. Ein entscheidender Faktor ist das inhouse aufgebaute Customer Mobility Center: «Dadurch schaffen wir direkte Ansprechpartner, kurze Reaktionszeiten und eine Betreuung, die konsequent auf die individuellen Bedürfnisse unserer Kunden ausgerichtet ist.»
Der Wunsch nach Flexibilität ist in der Schweiz klar gestiegen. Während sich viele Anbieter wieder in Richtung klassischer Leasingmodelle bewegen, bietet Enterprise mit «Minilease» ein echtes All-inclusive-Abo ab einem Monat Laufzeit an – ohne Anzahlung und ohne langfristige Bindung. Für das Jahr 2026 stehen Skalierung und Effizienz ganz oben auf der Agenda: Die Flotte wird gezielt erweitert, operative Prozesse werden konsequent automatisiert. Doch bei aller Digitalisierung bleibt für den CEO der Mensch der entscheidende Faktor: «Digitalisierung ersetzt den Menschen nicht – sie macht ihn wertvoller.» Standardprozesse laufen im Hintergrund, damit sich die Teams auf individuelle Lösungen und echte Kundennähe konzentrieren können.
Der Blick geht jedoch bereits weiter voraus. Während in San Francisco bereits selbstfahrende Autos unterwegs sind, bereitet sich Enterprise auch hierzulande systematisch vor. «Autonomes Fahren wird kommen – die Frage ist nicht, ob, sondern wann und in welcher Geschwindigkeit.» Wer die Mobilität der Zukunft prägen will, muss das Tempo vorgeben – Marco Venturini ist entschlossen, diese Entwicklung aktiv mitzugestalten.
Fotos: Enterprise Schweiz