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Der 3D-Scanner von HD Vision Systems vereint Hardware und Software in einem Produkt – und will einen neuen Markt im Bereich maschinellen Sehens entwickeln.
Räumliches Sehen ist bei Weitem nicht mehr nur dem Menschen vorbehalten – auch das Produkt LumiScan+ von HD Vision Systems, einem Spin-off der Ruprechts-Karl-Universität Heidelberg, ist darauf ausgerichtet. Das Produkt wird im produzierende Gewerbe bereits eingesetzt – etwa von Maschinenherstellern bei der Überwachung und Optimierung von Produktionsprozessen. „Dieses System kann auch dynamische Lichtfelder (ein Mehrkamerasystem misst das Umgebungslicht, Anm.) aufnehmen und ist so für den Robotikbereich und für Inline-Anwendungen (Bauform eines Getriebe im Mitteltunnel des Fahrzeugs, Anm.) geeignet“, so die Gründer Benedikt Karolus, Christoph Garbe, Wolfgang Mischler und Sven Wanner. Das Ganze funktioniert so: Ein Objekt – dabei kann es sich um jegliche Teile handeln, wie etwa beim maschinellen Produktionsprozess von Autos – wird aus verschiedenen Richtungen mit einem Lichtfeld beleuchtet, um vor allem metallisch glänzende Objekte oder CFK-Materialen (kohlenstofffaserverstärkter Kunststoff, Baumaterial im verschiedenen Produktionsprozessen, Anm.) präziser zu messen. Danach erfasst ein Sensor anhand von 13 Kameras die Geometrie, Farbe, Glanzeigenschaften und Komplexität eines Objektes. Diese Daten werden von Algorithmen verarbeitet und in Bereichen der Robotik, Qualitätssicherung und Automatisierung integriert.
HD Vision Systems vermarkten ihr Geschäftsmodell basierend auf drei Säulen. Erstere betrifft die Lizenzierung der Software an Unternehmen, die ihre eigene Hardware nach den Vorgaben des LumiScan+ aufbauen. Zweitere, den Vertrieb der Hardware und Software als kombiniertes Paket. Die dritte Säule besteht aus der Betreuung und Umsetzung von Kundenprojekten, um Messsysteme und innovative Softwarelösungen zu erweitern und anzupassen. Das im März 2016 gestartete Projekt bekam Förderungen von unter anderem EXIST-Forschungstransfer, HiTech und BMWi, welche zur Gründung der GmbH im Jänner 2017 führten. Der Markteintritt erfolgte diesen März, seitdem wurden bereits erste Kundenprojekte mit unter anderem Daimler, Benteler und dem Automobilzulieferer Hoerbiger umgesetzt. Mit der Serienproduktion von LumiScan+ will das Spin-off im Frühjahr 2019 starten. Und das Gründerteam denkt bereits darüber hinaus: „Das Ziel ist es, alle drei Säulen des Geschäftsmodells zu expandieren und die Produkte und Lizenzen international zu vertreiben.“