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Mit 134 Mrd. US-$ führt Alice Walton 2026 erneut die Liste der reichsten Frauen der Welt an. Auf der Forbes-Liste der World’s Billionaires gibt es damit weiterhin nur zwei Frauen mit einem Vermögen von mehr als 100 Mrd. US-$.
Auf der jährlichen Forbes-Liste der World’s Billionaires gibt es 2026 zwei Frauen mit einem Vermögen von mehr als 100 Mrd. US-$. Nachdem sich Walmart-Erbin Alice Walton bereits auf der Liste 2025 den Titel der reichsten Frau der Welt von der französischen L’Oréal-Erbin Françoise Bettencourt-Meyers zurückgeholt hatte, baute sie ihren Vorsprung heuer weiter aus. Ihr Vermögen stieg in den vergangenen zwölf Monaten schätzungsweise um 33 Mrd. US-$ auf 134 Mrd. US-$. Hintergrund ist ein Kursplus der Walmart-Aktie von 30 Prozent.
Bettencourt-Meyers, Enkelin des L’Oréal-Gründers Eugène Schueller, war vor ihrer Ablösung durch Walton auf der Forbes-Rangliste seit 2020 die reichste Frau der Welt. Auch ihr Vermögen legte im vergangenen Jahr zu – laut Schätzung um 18,4 Mrd. US-$ auf nun 100 Mrd. US-$. Die Aktien des Kosmetikkonzerns ihrer Familie stiegen um 13 Prozent. Das reichte jedoch nicht, um Walton wieder einzuholen.
Alice Walton, die einzige Tochter des Walmart-Gründers Sam Walton, ist 76 Jahre alt und rückte im Gesamtranking um einen Platz auf. Damit ist sie nun die 14.-reichste Person der Welt. Bettencourt-Meyers, 72, bleibt auf Rang 20. Die beiden Erbinnen sind die einzigen Frauen im sogenannten „100-Milliarden-Club“, also unter jenen Personen mit einem zwölfstelligen Vermögen. Dieser Kreis umfasst inzwischen 20 Mitglieder und damit so viele wie nie zuvor. Im Vorjahr waren es noch 15.
Zu diesem Kreis zählen auch Alice Waltons Brüder Rob Walton und Jim Walton, die auf der Liste noch vor ihrer Schwester liegen. Ihr Vermögen wird auf 146 Mrd. US-$ beziehungsweise 143 Mrd. US-$ geschätzt. Die Familie Walton hält rund 44 Prozent der Walmart-Aktien.
Rob Walton folgte seinem Vater als Chairman nach und bekleidete diese Funktion mehr als zwei Jahrzehnte lang, bevor er die Leitung 2015 an seinen Schwiegersohn Greg Penner übergab und 2024 aus dem Walmart-Vorstand ausschied. Jim Walton steht weiterhin der familiengeführten Arvest Bank Group vor, nachdem er 2016 als Walmart-Direktor von seinem Sohn Steuart Walton ersetzt worden war. Alice Walton ist vor allem als Gründerin des Crystal Bridges Museum of American Art in Bentonville im US-Bundesstaat Arkansas bekannt, dem Heimatort der Waltons. Sie leitete das Museum zehn Jahre lang, bevor sie 2021 Olivia Walton, die Schwiegertochter von Jim Walton, als Nachfolgerin einsetzte. Von den insgesamt 1,6 Mrd. US-$, die für die Eröffnung der Einrichtung im Jahr 2011 aufgewendet wurden, stammte nahezu der gesamte Betrag aus Trusts im Namen ihres verstorbenen Bruders John Walton und ihrer Mutter Helen Walton.
Auch ihr philanthropisches Engagement hat Alice Walton in den vergangenen zehn Jahren deutlich ausgeweitet. Mehr als 6,3 Mrd. US-$ flossen in fünf gemeinnützige Familienstiftungen, die bisher schätzungsweise 2 Mrd. US-$ aus ihren Mitteln vergeben haben. Damit ist sie die 26.-grosszügigste Philanthropin der USA. Darin enthalten sind mehr als 550 Mio. US-$, die ihre Art Bridges Foundation seit ihrer Gründung im Jahr 2016 für den Erwerb und die Verleihung amerikanischer Kunstwerke an mehr als 300 Museen in den USA ausgegeben hat. Hinzu kommen schätzungsweise 400 Mio. US-$, die über die Walton Family Foundation an Organisationen gingen, die sich auf Bildungsreformen, Umweltfragen und die Region rund um Bentonville konzentrieren.
Hinzu kommt die neue Alice L. Walton School of Medicine in Bentonville, die im Juli ihren ersten Jahrgang mit 48 Medizinstudierenden auf dem Campus begrüsste. Die Art Bridges Foundation von Walton hatte die Einrichtung 2023 mit 250 Mio. US-$ finanziert.
„Ich habe AWSOM mit der Vision gegründet, eine neue Art von medizinischer Fakultät zu schaffen – eine, die den ganzen Menschen in den Mittelpunkt stellt, indem sie körperliche, mentale, emotionale und soziale Gesundheit integriert, um Wohlbefinden zu fördern“, sagte Walton laut einer Pressemitteilung.
Text: Matt Durot
Foto: Illustration von Forbes US