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Teure Einmalrechnungen treffen auf ein System, das bei Zahnersatz und vor allem Implantaten oft nur begrenzt hilft. Genau diese Lücke macht Zahnzusatzversicherungen attraktiv – für Haushalte als Planbarkeit, für Versicherer als skalierbares Produkt.
Teure Einmalrechnungen treffen auf ein System, das bei Zahnersatz und vor allem Implantaten oft nur begrenzt hilft. Genau diese Lücke macht Zahnzusatzversicherungen attraktiv – für Haushalte als Planbarkeit, für Versicherer als skalierbares Produkt.
In Österreich ist die Logik klar geregelt: Bei Zahnersatz erstattet die ÖGK grundsätzlich 80 % der tariflichen Kosten, nachdem ein Selbstbehalt berücksichtigt wurde – bei Wahlzahnärzten bezieht sich das auf den Tarif, nicht auf das (mitunter deutlich höhere) Honorar. Bei Implantaten gilt weiterhin: Sie sind in der Regel Privatleistungen; nur in wenigen medizinischen Sonderfällen kann nach Bewilligung ein Zuschuss möglich sein. (ÖGK, Tarifunterlagen Stand 1. Jänner 2026).
Für Versicherer ist das ein dankbares Marktsetup: hoher wahrgenommener Nutzen (Lebensqualität/Ästhetik), hohe potenzielle Kosten pro Ereignis und ein Produkt, das sich über Leistungsgrenzen, Staffelungen und Wartezeiten sehr fein kalkulieren lässt. Gleichzeitig spricht auch die europäische Datenlage dafür, warum Nachfrage entsteht: 4,6 % der EU-Bevölkerung ab 16 berichteten 2024 von unerfülltem Bedarf bei zahnärztlicher Untersuchung oder Behandlung.
Dass dieser Markt inzwischen eigene Spezialisten hervorbringt, zeigt sich im Vertrieb: In Deutschland haben sich Nischenanbieter etabliert, die ausschliesslich Zahnzusatz-Tarife vergleichen und beraten. Ein Beispiel ist Zahnzusatzversicherung-Experten.de, ein Portal aus dem Umfeld der Versicherungsmakler Experten GmbH, das nach eigenen Angaben seit Jahren auf Zahnzusatzversicherungen fokussiert und Vergleiche über zahlreiche Tarife anbietet.
Die Wachstumszahlen unterstreichen, dass „private Aufstockung“ längst kein Nischenthema mehr ist. In Österreich stiegen die Prämieneinnahmen der privaten Krankenversicherung 2025 laut VVO vorläufig um 8,4 % auf € 3,4 Mrd., die Leistungen lagen bei € 2,8 Mrd. (+ 6,7 %). In Deutschland meldet der PKV-Verband für 2025 31,98 Mio.Zusatzversicherungsverträge (+ 2,2 %).
Unterm Strich ist der Boom der Zahnzusatzversicherung weniger ein Lifestyle-Phänomen als ein Marktindikator: Wo öffentliche Leistungen begrenzt sind und hochwertige Lösungen privat bezahlt werden müssen, entsteht ein planbarer Wachstumsmarkt – und mit ihm ein eigener Vertriebs- und Vergleichsapparat.
Foto: Jonathan Borba
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