Cellbricks

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Das Berliner Biotech-Startup Cellbricks hat eine Biodrucker-Technologie entwickelt, die gleich mehrere Türen für die Medizin öffnet – wie etwa in der Regenerativen Medizin.

„Die Idee dahinter entstand während meiner Promotion in Medizinischer Biotechnologie zum Thema Tissue Engineering (künstliche Züchtung von Gewebe, Anm.), sagt Lutz Kloke (2. v. li.), Gründer und CEO von Cellbricks. Ausgestattet mit einer Förderung von EXIST, eines deutschen Förderprogramms für Gründer an Hochschulen, wurde 2014 der Grundstein für das Spin-Off der Technischen Universität (TU) Berlin gelegt. Gemeinsam mit fünf anderen Biotechnologen und Ingenieuren, heute allesamt Gründungspartner des Spin-offs, entwickelte Kloke ein spezielles 3D-Druckverfahren. Damit lassen sich komplexe Strukturen aus biologischem Material erstellen. Dabei verwendet Cellbricks ausschliesslich Biopolymere (aus organischem Material synthetisierter Kunststoff, Anm.), welches das Biotech-Startup auch selbst synthetisiert. Die Produkte, die dabei herauskommen: Organmodelle, 3D-Konstrukte aus Zellen und biologisches Material sowie Scaffolds (Gewebegerüst, Anm.), die in der Grundlagenforschung  und in der Regenerativen Medizin (befasst sich mit der Heilung verschiedener Erkrankungen durch die Wiederherstellung funktionsgestörter Zellen, Gewebe und Organ, Anm) eingesetzt werden. 2016 erfolgte schliesslich die Gründung der Cellbricks GmbH.

Das Startup fertigt bereits einerseits massgeschneiderte Produkte für individuelle Kundenwünsche an – vom einfachen Miniorgan für die Wirkstoffprüfung bis hin zu Geweben zu Forschungszwecken in der Regenerativen Medizin. Andererseits vertreibt Cellbricks auch eigene, vorgefertigte Produkte für medizinische Forschungseinrichtungen und die pharmazeutische Industrie. Das Geschäftsmodell geht nach eigenen Angaben auf: denn mittlerweile finanziert sich Cellbricks durch eigene Umsätze. Wie viel diese ausmachen, verrät Kloke hierbei aber nicht. Als langfristiges Ziel will er die Entwicklung gedruckter Ersatzorgane vorantreiben: „Wir möchten mit unserer Bioprinting-Technologie einen Weg aus der Spenderorgan-Knappheit finden und Transplantate aus dem 3D-Drucker möglich machen.“ Der Weg dorthin dürfte wohl aber noch ein langer werden.

Forbes Editors

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