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Das deutsche Spin-off Bonacert will mittels der Blockchain einen sicheren Datentransfer zwischen Akteuren in der Automobilbranche bieten.
Die Hoheit über seine Daten zu behalten, gehört derzeit zu den wichtigsten Themen. In der industriellen Wertschöfpungskette sieht das nicht anders aus. Der Austausch von Produktions- und produktrelevanten Daten, insbesondere in der Automobilbranche, gestaltet sich nicht immer einfach. Denn möchte ein Zulieferer einem Hersteller relevante Daten bereitstellen, gibt es lauter Probleme: der Verbleib und die Verwendung der bereitgestellten Daten kann nicht gesteuert oder nachvollzogen werden; Datenquellen oder Urheber nicht bestimmt werden; zudem sind Zeitpunkte nicht immer zweifelsfrei belegbar. Im Endeffekt tappt der Zulieferer – oder umgekehrt der Automobilhersteller – vollkommen im Dunkeln, was mit den Daten eigentlich passiert. Die Lösung hat Boncacert, ein Spin-Off der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Das Team – Michael Lechner (Mi.), Thilo Bauer (li.), Tatyana Shubina (2. v. li.) und Philipp Frey (re.) sowie Beirätin Marion Merklein (2. v. re.) – entwickelt und vertreibt eine Blockchain-basierte Kommunikationsplattform, die es ermöglicht, genau solche Daten entlang der Wertschöpfungskette auszutauschen – und sie gleichzeitig manipulations- und rechtssicher zu speichern. „Unsere Kommunikationsplattform authentifiziert die Teilnehmer eindeutig, legt Zeitpunkt und Inhalt der Datenbereitstellung fest und kann die Verwendung der Daten nachvollziehbar belegen“, so die Gründer. Damit sollen Ressourcen geschont und die Qualität verbessert werden.
Am Markt vertreten ist das Spin-off noch nicht. Umsätze will man in Zukunft aber sehr wohl generieren – über Grundgebühren für die Plattform sowie variable Gebühren (gemessen anhand des Transaktionsvolumens) und Lizenzgebühren – und zwar von Informationsdienstleistern und Analysten sowie Drittanbietern, die die Nutzung der Plattform erweitern. Aktuell fokussiert sich das Jungunternehmen zwar auf die Automobilindustrie (und hier insbesondere auf die Blechverarbeitung). „Darüber hinaus wird die Bonacert-Plattform auf andere Bereiche der Produktionstechnik erweitert. Das bedeutet: zuerst wird der Fokus auf die Blechverarbeitung um Produkte ausserhalb des Automobilbaus erweitert, wie etwa bei Getränkedosen – und in einem weiteren Schritt auf andere Materialien, wie zum Beispiel in der Kunststoffverarbeitung.“ Eine Blockchain-Demofabrik ist ebenfalls in Arbeit, wo die komplette Prozesskette – von der Blechherstellung bis zum fertigen Fahrzeugbauteil – abgebildet werden soll.