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Rabattportale sind für viele Onlinehändler kein Nebenschauplatz, sondern ein steuerbarer Performance-Kanal. Richtig eingesetzt, helfen Gutscheinseiten dabei, Neukunden zu gewinnen, Lagerbestände schneller abzubauen und Kaufabschlüsse zu erhöhen, ohne dass jeder Rabatt automatisch zulasten der Profitabilität gehen muss.
Rabattportale haben im E-Commerce einen klaren Platz, weil sie ein Problem lösen, das viele Onlinehops aus anderen Kanälen kennen: Reichweite allein bringt noch keinen Umsatz!
Gutscheinseiten setzen deutlich näher am Kaufmoment an. Für Händler ist das attraktiv, weil Rabatte dort nicht nur als Preisnachlass funktionieren, sondern als Instrument, um die Nachfrage gezielt zu lenken.
Google bietet im Merchant Center First-order Promotions an, die laut Google dazu dienen können, neue Kunden anzusprechen. Promotions sollen Angebote sichtbarer machen und die Kaufwahrscheinlichkeit erhöhen.
Warum betrachten Onlineshops den einmaligen Nachlass gerne als kalkulierten Customer-Acquisition-Kostenblock?
Ein zentraler Grund ist die Neukundengewinnung. Wer lediglich einen Rabatt für die erste Bestellung freischaltet, der kann den Preisnachlass strategisch enger eingrenzen und verhindert, dass Bestandskunden dauerhaft von Aktionen profitieren, die eigentlich für die Akquise gedacht sind.
Genau dieses Prinzip ist inzwischen auch auf Plattformebene abgebildet: Google empfiehlt Erstbesteller-Angebote in Verbindung mit Zielen zur Neukundenakquise. Awin nennt „New customers codes“ ebenfalls ausdrücklich als Hebel, um eher neue als wiederkehrende Käufer zu aktivieren.
Für Onlineshops ist das wirtschaftlich relevant, weil der einmalige Nachlass dann als kalkulierter Customer-Acquisition-Kostenblock betrachtet werden kann und nicht als pauschale Margenvernichtung.
Kein stumpfer Abverkauf, sondern ein äusserst effezientes betriebswirtschaftliches Werkzeug!
Hinzu kommt ein zweiter, oft unterschätzter Effekt: Nämlich die Lagersteuerung. Rabattportale wie der populäre Rabatthero sind besonders dann interessant, wenn Saisonware ausläuft, einzelne Varianten schwächer rotieren oder ein Händler Kapital aus gebundenem Inventar freisetzen will.
Awin beschreibt „range specific“-Codes ausdrücklich als Möglichkeit, Bestände abzubauen, wenn Produkte langsamer laufen oder bereits aus der Saison sind.
In der Praxis ist das kein blosser Abverkauf, sondern ein betriebswirtschaftliches Werkzeug: Je schneller Ware gedreht wird, desto geringer ist das Risiko, dass Marge später durch noch aggressivere Preisabschläge erodiert.
Können Rabattcodes den entscheidenden Impuls zum Kaufabschluss geben?
Der dritte Hebel ist Conversion. Viele Kaufentscheidungen scheitern nicht am Produkt, sondern kurz vor dem Abschluss. Baymard beziffert die durchschnittliche Cart-Abandonment-Rate im Onlinehandel aktuell auf rund 70 %.
Zugleich zeigt die Forschung dort seit Jahren, dass Kosten, Reibung im Checkout und fehlende Kaufanreize Bestellungen ausbremsen. Ein Gutschein löst keine strukturellen UX-Probleme.
Er kann aber genau an dem Punkt wirken, an dem Nutzer noch zögern. Besonders bezüglich preissensiblen Käufern oder bezüglich Warenkörben, die kurz vor dem Verlassen stehen, kann ein Rabattcode den letzten Impuls zum Abschluss geben.
Gewinnen partnerbasierte Vertriebskanäle für Händler weiter an Bedeutung?
Dazu kommt die Rolle von Partner- und Affiliate-Kanälen im breiteren E-Commerce-Mix. Adobe meldete für Oktober 2025, dass „Affiliates & Partners“ beim Online-Umsatzwachstum um 15 % zulegten.
Das ist kein Beleg dafür, dass jedes Rabatt- und Gutscheinportal automatisch wertvoll ist. Es zeigt aber, dass partnerbasierte Vertriebskanäle für Händler weiter an Bedeutung gewinnen, gerade in Phasen, in denen Konsumenten aktiver nach Angeboten suchen und vor Kaufentscheidungen stärker vergleichen.
Rabattseiten zielen typischerweise auf Nutzer, die bereits aktiv nach Angeboten suchen und damit näher am Kaufmoment sind als klassische Awareness-Kanäle. Der letzte Satz ist eine journalistische Einordnung auf Basis des Kanalprinzips, nicht eine direkte Formulierung aus der Quelle.
Warum sind individuelle Gutscheincodes für Onlineshops besonders interessant?
Für Händler liegt der eigentliche Vorteil deshalb nicht im pauschalen „billiger Verkaufen“, sondern in der Steuerbarkeit. Awin nennt mehrere Code-Typen, die unterschiedliche Ziele bedienen: Neukundencodes, gratis Versand, zeitlich begrenzte Aktionen, „stretch and save“ zur Erhöhung des Warenkorbwerts oder partnerindividuelle Codes.
Gerade individuelle Gutscheincodes sind aus Händlersicht interessant, weil sie Attribution und Partnersteuerung verbessern. Wer weiss, welcher Publisher welche Bestellungen bringt, kann Budgets gezielter verschieben und die Profitabilität einzelner Kooperationen sauberer bewerten.
Gleichzeitig ist der Kanal heikel. Rabattportale funktionieren nur dann strategisch, wenn Onlinehändler sauber trennen, wann ein Nachlass sinnvoll ist und wann er die Marke beschädigt.
Sind Rabattportale ein optimales Instrument für konkrete Ziele wie die Akquise, den Abverkauf, die Aktivierung oder die Warenkorbsteuerung?
Awin weist selbst darauf hin, dass Gutscheine gezielt eingesetzt werden sollten, um Verkäufe und die Kundengewinnung zu fördern, ohne die Marke abzuwerten.
Wer permanent mit Rabatten arbeitet, der trainiert Kunden auf den nächsten Preisnachlass. Dann sinkt nicht nur die Marge, sondern häufig auch die Zahlungsbereitschaft ausserhalb von Aktionsphasen.
Vor allem für Premium-Marken ist das ein reales Risiko. Rabattportale sind deshalb kein Dauerprogramm, sondern ein Instrument für konkrete Ziele: Akquise, Abverkauf, Aktivierung oder Warenkorbsteuerung.
Warum gelten nur Promotions mit einer sauberen Struktur, klaren Bedingungen und einer zeitlichen Begrenzung als ideal
Entscheidend ist am Ende die Frage nach der Inkrementalität. Ein Rabattportal ist nur dann wertvoll, wenn es Umsatz bringt, der ohne diesen Kontakt oder ohne diesen Anreiz nicht entstanden wäre.
Wird dagegen nur eine Bestellung rabattiert, die ohnehin erfolgt wäre, sinkt der Deckungsbeitrag ohne echten Mehrwert. Genau deshalb setzen professionellere Onlinehändler auf begrenzte Laufzeiten, exklusive Rabattcodes, sortimentsscharfe Aktionen und klare Regeln für Publisher.
Google empfiehlt Promotions mit sauberer Struktur, klaren Bedingungen und zeitlicher Begrenzung. Im Zusammenspiel mit affiliatebasierten Modellen wird aus dem Rabatt dann kein reflexhafter Preisnachlass, sondern ein messbarer Performance-Hebel.
Aus welchen 3 Gründen setzen Onlineshops auf Rabattportale?
Unter dem Strich setzen Onlineshops auf Rabattportale, weil sie drei geschäftskritische Ziele verbinden: Neue Käufer erreichen, Lagerbestände effizienter drehen und mehr Kaufabschlüsse erzielen.
Der Kanal ist damit nicht automatisch günstig, aber kalkulierbar. Für E-Commerce-Händler liegt genau darin sein Wert: Nicht der Rabatt selbst ist die Strategie, sondern die präzise Steuerung dahinter.
Foto: Rupixen
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