Trump handelt mit SpaceX, Palantir und Tech-Aktien

Donald Trump tätigte im Juni mehr als 1.000 Aktientransaktionen. Aus einer veröffentlichten Ethikoffenlegung geht hervor, dass der US-Präsident unter anderem mit Beteiligungen an SpaceX, Palantir sowie mehreren grossen Technologieunternehmen handelte. Bei einzelnen Transaktionen lagen die angegebenen Volumina im Millionenbereich.

Eine vom US Office of Government Ethics veröffentlichte Offenlegung zeigt mehr als 1.000 einzelne Käufe und Verkäufe von Aktien durch Donald Trumps Konten im Juni. Die Dokumente nennen allerdings keine exakten Beträge, sondern lediglich Wertspannen für die jeweiligen Transaktionen.

Die grösste einzelne Transaktion war demnach der Verkauf von Anteilen an einem börsengehandelten Vanguard-Fonds am 22. Juni. Der Wert lag laut Offenlegung zwischen 5 Mio. und 25 Mio. US-$. Zu den weiteren grösseren Transaktionen gehörte der Kauf von Berkshire-Hathaway-Aktien im Wert von 1 Mio. bis 5 Mio. US-$. Auch bei Visa, Mastercard und Cintas wurden Käufe in vergleichbarer Grössenordnung ausgewiesen.

Auffällig ist, dass Trumps Konten bei einzelnen Unternehmen innerhalb kurzer Zeit sowohl kauften als auch verkauften. Bei Palantir wurden beispielsweise zweimal Aktien abgestossen. Ein Verkauf am 18. Juni hatte einen Wert von bis zu 1 Mio. US-$. Gleichzeitig wurden an drei Terminen kleinere Positionen aufgebaut. Am 24. Juni lag ein Kauf zwischen 100.001 und 250.000 US-$. Auch Aktien grosser US-Technologiekonzerne wie Meta, Broadcom, Apple, Microsoft und Nvidia wurden gekauft beziehungsweise verkauft.

Am 23. Juni erwarben Trumps Konten zudem SpaceX-Aktien im Wert zwischen 15.001 und 50.000 US-$. Die Transaktion erfolgte rund elf Tage nach dem Börsengang des Raumfahrtunternehmens. SpaceX könnte zugleich Milliardenbeträge mit staatlichen Satellitenaufträgen verdienen, wie das „Wall Street Journal“ berichtete.

Wer die Transaktionen steuert
Das Weisse Haus hatte bereits zuvor erklärt, Trumps Vermögen sei nach seiner Rückkehr ins Präsidentenamt in einen Blind Trust überführt worden. Wer die einzelnen Aktiengeschäfte konkret steuert, ist dennoch nicht vollständig transparent. Eric Trump, Sohn des Präsidenten und Executive Vice President der Trump Organization, erklärte im Mai, die Konten würden von unabhängigen Finanzinstituten verwaltet. Weder Donald Trump noch seine Familie oder die Trump Organization hätten demnach Einfluss auf die Auswahl, Anweisung, Genehmigung oder Beeinflussung einzelner Investments.

Demokratische Politiker stellen diese Konstruktion dennoch infrage und kritisieren insbesondere das hohe Handelsvolumen während Trumps zweiter Amtszeit. Senatorin Elizabeth Warren und der Abgeordnete Robert Garcia schätzten in einem Schreiben, Trump habe 2025 rund 14.000 Aktientransaktionen mit einem Gesamtwert von bis zu 1,06 Mrd. US-$ durchgeführt. Das entspräche durchschnittlich etwa 50 Trades pro Tag.

Das Weisse Haus erklärte gegenüber Bloomberg und anderen Medien, die Aktiengeschäfte erfolgten über computergestützte Modellportfolios, die etablierte Indizes wie den Schwab 1000 automatisch nachbildeten. Forbes hat das Weisse Haus zu den jüngsten Transaktionen um eine weitere Stellungnahme gebeten.

2,4 Mrd. US-$ in einem Jahr
Forbes schätzt, dass Trump in seinem ersten Jahr zurück im Amt 2025 rund 2,4 Mrd. US-$ verdiente. Damit lag der Betrag deutlich über den für 2024 geschätzten Einnahmen von 760 Mio. US-$. Die Aktiengeschäfte sind in dieser Berechnung nicht enthalten, da ein Grossteil der Erlöse wieder am Markt investiert wurde. Der grösste Teil des zusätzlichen Vermögenszuwachses stammte stattdessen aus Trumps Aktivitäten im Kryptobereich. Zu den zahlreichen Transaktionen gehörte auch Yum Brands, der Mutterkonzern von KFC, Pizza Hut und Taco Bell. Trump verkaufte Anfang Juni Aktien des Unternehmens und kaufte am 12. Juni erneut Anteile im Wert zwischen 1.000 und 15.000 US-$.

Etwa einen Monat später wurde ein Cyclospora-Ausbruch mit Salat in Verbindung gebracht, der in Taco-Bell-Restaurants in Michigan und vier weiteren US-Bundesstaaten verwendet worden war. Die Besucherzahlen gingen daraufhin deutlich zurück. Die Yum-Brands-Aktie verlor im Juli stark an Wert, erholte sich anschliessend jedoch teilweise und lag zuletzt im Monatsvergleich 3,8 % im Plus.

Text: Zachary Folk
Foto: Gage Skidmore

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