Taylor Swifts Vermögen

Taylor Swift wurde 2023 offiziell Milliardärin. Drei Jahre später schätzt Forbes ihr Vermögen auf mehr als 2,1 Mrd. US-$ – getrieben von der Eras Tour, ihrem Musikkatalog und neuen Deals.

Die Details der Hochzeit von Taylor Swift und Travis Kelce bleiben weitgehend geheim. Laut Forbes-Schätzungen dürfte die Feier im Madison Square Garden mindestens 20 Mio. US-$ kosten. Sie findet fast genau drei Jahre nachdem der Tight End der Kansas City Chiefs bei einem Konzert im Arrowhead Stadium vergeblich versucht hatte, der berühmtesten Popsängerin der Welt seine Telefonnummer zuzustecken statt. Für die Musikerin war 2023 in mehrfacher Hinsicht ein Schlüsseljahr. Sie lernte ihren späteren Ehemann kennen, startete die rekordbrechende Eras Tour und wurde im Oktober offiziell in die Forbes-Milliardärsliste aufgenommen.

Für die heute 36-Jährige war das erst der Beginn einer aussergewöhnlich profitablen Phase. Forbes schätzt ihr Vermögen aktuell auf mehr als 2,1 Mrd. US-$. Darin enthalten sind unter anderem die vollständigen Master- und Verlagsrechte an ihrem Musikkatalog sowie ein Immobilienportfolio im Wert von 125 Mio. US-$. Dazu zählt auch ein Haus in Rhode Island, das viele Beobachter als möglichen Hochzeitsort gesehen haben – oder weiterhin sehen. Der grösste Treiber des Vermögenszuwachses war jedoch das Geld, das die Sängerin in den vergangenen drei Jahren mit Aufnahmen und Liveauftritten verdient hat. Die Eras Tour, die bis Ende 2024 lief, spielte mehr als 2 Mrd. US-$ an Ticketverkäufen ein. Hinzu kamen weitere hunderte Millionen US-$ durch Merchandise. Auch der Konzertfilm zur Tour wurde zum Geschäftserfolg. Die 36-Jährige finanzierte ihn selbst und brachte ihn direkt über AMC Theatres in die Kinos. Weltweit spielte die Produktion 260 Mio. US-$ ein. Anschliessend verkaufte sie die Streamingrechte an Disney+ – laut Schätzung für rund 75 Mio. US-$. Ein weiterer Disney-Deal für eine Behind-the-Scenes-Serie und einen zweiten Konzertfilm soll zusätzlich rund 100 Mio. US-$ eingebracht haben.

2025 profitierte der Popstar zusätzlich von der Veröffentlichung des Albums „The Life of A Showgirl“. Der Datenanbieter Luminate schätzte, dass ihr Musikkatalog 14,7 Millionen albumäquivalente Einheiten erzielte – mehr als doppelt so viele wie jeder andere Künstler. Ohne ein einziges Tourdatum war sie laut Forbes der zweithöchstbezahlte Musikact des Jahres 2025. Die Einnahmen beliefen sich demnach auf geschätzte 202 Mio. US-$ vor Steuern und Gebühren. Diese Erlöse verschafften ihr den finanziellen Spielraum, die Rechte an den ersten sechs Alben zurückzukaufen. Diese waren im vergangenen Jahrzehnt von Scott Borchettas Big Machine über Scooter Brauns Ithaca Holdings zu Shamrock Capital gewandert – sehr zu ihrem Ärger. Als sie die Rechte im vergangenen Mai schliesslich erwarb, nannte sie den Schritt die Erfüllung ihres „grössten Traums“. Damit kontrolliert sie nun jeden Song, jedes Video und jede Performance ihrer gesamten Karriere. Auch künftige Aufnahmen gehören ihr. Das ist Teil ihres Deals mit Universals Republic Records. Zudem verfügt die Unternehmerin hinter dem Popimperium über eigene Management-, Tour- und Produktionsgesellschaften. Theoretisch müsste der Kaufpreis des frühen Katalogs den Wert dieses Vermögenswerts in der Nettovermögensschätzung ausgleichen. Forbes geht jedoch davon aus, dass sie einen Preis unter Marktwert verhandeln konnte – nahe an den 360 Mio. US-$, die Scooter Braun 2020 beim Verkauf der Rechte an Shamrock erhalten hatte. Dafür sprachen ihr öffentlicher Rückhalt und die Drohung weiterer Neuaufnahmen ihrer Alben.

Ihr Immobilienportfolio ist ebenfalls beträchtlich. Forbes schätzt es auf 125 Mio. US-$ – mehr als das gesamte Vermögen von Travis Kelce. Dazu zählen eine Villa in Beverly Hills im Wert von 37,4 Mio. US-$, ein Anwesen in Rhode Island für 33,9 Mio. US-$, ein Penthouse in New York City für 17,6 Mio. US-$, ein Townhouse in New York City für 16,8 Mio. US-$, ein Loft in New York City für 9,5 Mio. US-$, ein Haus in Nashville für 6,7 Mio. US-$ sowie ein Apartment an der Music Row in Nashville für 3,6 Mio. US-$. Da die Sängerin inzwischen ihren gesamten Katalog kontrolliert, dürfte dessen Wert weiter gestiegen sein – sollte er jemals wieder auf den Markt kommen. Wie viel Käufer dafür tatsächlich zahlen würden, ist schwer zu beziffern. Die bislang grössten Katalogtransaktionen wurden jeweils von Sony Music abgeschlossen und bewerteten die Rechte von Michael Jackson und Queen mit je 1,2 Mrd. US-$. Diese Verkäufe fanden allerdings Jahre nachdem die jeweiligen Künstler nicht mehr aktiv aufnahmen oder tourten statt.

Die 36-Jährige dagegen steht weiterhin mitten in ihrer Karriere. Zuletzt erreichte ihr Song „I Knew It, I Knew You“ Platz eins der Charts. Der Titel läuft im Abspann und auf dem Soundtrack von „Toy Story 5“, einem der Blockbuster dieses Sommers. In der ersten Woche verkaufte sich der Song 183.000 Mal in den USA und 71.000 Mal in Grossbritannien – in beiden Märkten die höchsten Werte des Jahres 2026. Ursprünglich hatte sie laut dem Text abgelehnt, einen Song für den Film beizusteuern, weil die Masteraufnahmen des Soundtracks Disney gehören würden. Erst eine Bitte von Produzentin Jessica Choi, die den weiblichen Fokus des Films hervorhob, habe sie überzeugt. Für Disney wurde daraus nicht nur ein neuer Song, sondern auch ein Marketingvorteil. „Toy Story 5“ spielte am Startwochenende weltweit 312 Mio. US-$ ein und ist auf Kurs, die Marke von 1 Mrd. US-$ zu überschreiten. Zur Premiere erschien sie mit einer VHS-Kopie des Originals aus dem Jahr 1995 und liess sie unter anderem von Tom Hanks, Tim Allen und Komponist Randy Newman signieren. Auf Instagram schrieb die Musikerin, sie habe immer davon geträumt, für diese Figuren zu schreiben, die sie seit ihrer Kindheit liebe. Nachdem sie eine frühe Version von „Toy Story 5“ gesehen habe, habe sie den Song direkt nach der Vorführung geschrieben.

Für ihr Vermögen wird der Titel selbst voraussichtlich keinen grossen Unterschied machen. Im oberen Marktsegment können Topkünstler zwar eine Vorauszahlung von rund 1 Mio. US-$ erhalten und zusätzlich hohe Anteile an internationalen Aufführungsvergütungen verhandeln. Direkt am Kinoerfolg eines Films sind sie aber nicht beteiligt. Disney erhält als Rechteinhaber den Grossteil der Streaming- und Verkaufserlöse. Sie teilt sich den Publishing-Anteil mit Co-Autor und Co-Produzent Jack Antonoff. Bis Jahresende dürfte ihr der Song laut Einschätzung weniger als 5 Mio. US-$ einbringen. Wichtiger ist der Effekt auf den Rest ihres Katalogs: Neue Veröffentlichungen treiben die Streamingzahlen bestehender Musik und bedienen die enorme Nachfrage der Fans nach neuem Material. „Sie gab Disney eine Nummer eins, Disney gab ihr eine globale Marketingkampagne – und es hat sich für beide Seiten ausgezahlt“, sagt Madison Norris, Executive Vice President bei Round Hill Music. „Die Hoffnung ist jetzt, dass sie mit dem Oscar nach Hause geht.“ Ein weiterer Schub könnte durch die „Taylor’s Version“ ihres Debütalbums „Taylor Swift“ kommen. In Interviews erwähnte die Musikerin bereits, dass die Neuaufnahme fertig sei. Das Album feiert in diesem Herbst sein 20-jähriges Jubiläum. Auch Kelces Vermögen ist seit Bekanntwerden der Beziehung deutlich gestiegen. In den vergangenen beiden Saisons zahlte ihm sein Vertrag mit den Kansas City Chiefs mehr als 17 Mio. US-$ pro Saison – die höchsten Werte seiner Karriere. Im Herbst stehen ihm weitere 12 Mio. US-$ garantiert zu.

Forbes schätzt, dass der 36-jährige Footballspieler 2025 abseits des Spielfelds 30 Mio. US-$ verdiente – vor allem durch Werbedeals und einen Podcastvertrag mit Amazon. Der Konzern sicherte sich „New Heights“, den Podcast von Travis und Jason Kelce, für drei Jahre und mehr als 100 Mio. US-$. Kelce besitzt ausserdem die Modemarke Tru Kolors sowie gemeinsam mit seinem Bruder die Brauerei Garage Beer. Trotzdem liegt sein Vermögen laut Forbes-Schätzung bei rund 80 Mio. US-$. Im Vergleich zu mehr als 2,1 Mrd. US-$ auf ihrer Seite bleibt die Lücke erheblich – gross genug, dass ein Ehevertrag naheliegend erscheint.

Text: Matt Craig
Foto: Ronald Woan

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