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Als Intendantin der Tonhalle-Gesellschaft Zürich AG verantwortet Ilona Schmiel das Tonhalle-Orchester sowie einen der akustisch besten Konzertsäle Europas.
Ilona Schmiel ist zutiefst überzeugt, dass klassische Musik auf höchstem Niveau ein echtes «Suchtpotenzial» im positivsten Sinne besitzt, weil sie Menschen im Kollektiv emotional berührt und die Seele erreicht. In einer von Informationen überfluteten Welt versteht sie das Livekonzert als «die inspirierendste Auszeit».
Schmiel gilt als Garantin für eine Balance zwischen bewährter Tradition und mutiger Innovation. Um neue Publikumsschichten und die junge Generation zu begeistern, bricht sie in Zürich konsequent verkrustete Strukturen auf: Erfolgsformate wie «tonhalleCRUSH» (Kurzkonzerte mit Moderation und stilistisch diversen Orchester-Ensembles im Konzertfoyer) oder das etablierte «tonhalleLATE», bei dem Klassik auf Electronic Beats und DJs trifft, flankieren das traditionelle Abonnement-Programm. Obwohl die Tonhalle während der Pandemie ihre Streaming-Angebote massiv ausgebaut hat, sieht Schmiel im Digitalen eine Ergänzung, niemals einen Ersatz: «Das Livekonzert bietet ein komplett anderes Erlebnis – in der Tonhalle Zürich aufgrund der hervorragenden Akustik eine geradezu physische Erfahrung eines Klangerlebnisses, die bewegt und mitreisst.»
Das Livekonzert bietet ein komplett anderes Erlebnis – in der Tonhalle Zürich aufgrund der hervorragenden Akustik eine geradezu physische Erfahrung.
Ilona Schmiel
Das Geheimnis ihrer langjährigen Partnerschaft mit Musikdirektor Paavo Järvi gründet auf absolutem Vertrauen, kompromisslosem Qualitätsstreben und gegenseitiger Wertschätzung. Wirtschaftliche Risiken federt das Führungsduo durch eine breite Abstützung aus öffentlichen und privaten Geldern ab. Für Schmiel steht fest: Ein Spitzenorchester ist das Symbol für die Leistungsfähigkeit einer diversen Gesellschaft – und klassische Musik die einzige internationale Sprache, die als sozialer Kitt fungieren kann. Young Professionals rät sie daher dringend, neben dem Instrument vor allem eines zu lernen: die offene Kommunikation und die bewusste Nähe zum Publikum. •
Foto: Tonhalle Zürich