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Die von US-Präsident Donald Trump angeordneten Militärschläge gegen Iran haben amerikanische Steuerzahler nach ersten Schätzungen bereits mehr als 1 Mrd. US-$ gekostet – und die Rechnung könnte noch deutlich steigen. Der Militäreinsatz begann am Samstag nach wochenlang eskalierenden Spannungen zwischen Iran und Israel.
Schon in den ersten 48 Stunden griff das U.S. Central Command (CENTCOM) mehr als 1.250 Ziele im Iran an. Allein der Verlust von drei F-15E Strike Eagle Jets in Kuwait verursacht Kosten von rund 300 Mio. US-$, da ein Flugzeug etwa 90 Mio. US-$ kostet.
Bereits die Verlegung von Truppen, Flugzeugen und Kriegsschiffen in die Region schlug laut Schätzungen mit rund 630 Mio. US-$ zu Buche. Hinzu kommen die laufenden Einsatzkosten: Zwei Flugzeugträger kosten zusammen etwa 13 Mio. US-$ pro Tag.
Auch die eingesetzten Waffen und Systeme verursachen hohe Kosten. Sogenannte Kamikaze-Drohnen kosten etwa 35.000 US-$ pro Stück, Tomahawk-Raketen rund 2 Mio. US-$, und THAAD-Abfangraketen etwa 12,8 Mio. US-$. Der Einsatz eines B-2-Bombers kostet zusätzlich zwischen 130.000 und 150.000 US-$ pro Flugstunde.
Gleichzeitig sind laut Berichten bereits rund 50.000 US-Soldaten an der Operation beteiligt. Experten gehen deshalb davon aus, dass die Kosten schnell weiter steigen könnten. Das Penn Wharton Budget Model schätzt die direkten Kriegskosten auf mindestens 40 Mrd. US-$, realistischer seien etwa 65 Mrd. US-$, im Extremfall sogar bis zu 95 Mrd. US-$, abhängig davon, wie lange der Konflikt dauert.
Die wirtschaftlichen Folgen könnten noch deutlich grösser sein. Ökonomen halten 50 Mrd. US-$ bis 210 Mrd. US-$ an wirtschaftlichen Schäden für möglich – etwa durch steigende Energiepreise, Handelsstörungen oder höhere Inflation.
Schon vor der aktuellen Eskalation hatten die USA Milliarden für militärische Aktivitäten in der Region ausgegeben. Laut Costs of War Project der Brown University kosteten US-Operationen im Iran allein 2025 zwischen 2 Mrd. US-$ und 2,25 Mrd. US-$. Insgesamt gaben die USA zwischen Oktober 2023 und September 2025 rund 31,5 Mrd. bis 33,7 Mrd. US-$ für militärische Aktivitäten im Nahen Osten aus.
Auch wirtschaftlich sind erste Auswirkungen sichtbar: Öl- und Gaspreise reagieren sensibel, Börsenindizes verloren zeitweise rund 1 %, und steigende Energiekosten könnten die Inflation weiter antreiben.
Neben den finanziellen Kosten steigt auch der menschliche Preis des Konflikts. Mehr als 500 Todesopfer im Iran wurden bereits gemeldet. Zudem bestätigte CENTCOM, dass mindestens sechs US-Soldaten im Einsatz gefallen sind.
Text: Alison Durkee
Foto: Wikimedia Commons