Klaus-Michael Kühne stirbt mit 89 Jahren

Der Logistikunternehmer und Grossinvestor Klaus-Michael Kühne starb in der Nacht auf Montag im Alter von 89 Jahren an seinem Wohnsitz in der Schweiz. Unter seiner Führung wurde Kühne+Nagel zu einem der grössten Logistikunternehmen der Welt.

Der deutsche Unternehmer Klaus-Michael Kühne ist in der Nacht auf Montag im Alter von 89 Jahren gestorben. Das teilte Kühne+Nagel am Montagvormittag mit. Eine Todesursache nannte das Unternehmen nicht.

«Mit dem Tod von Klaus-Michael ist ein Visionär, ein grosser Unternehmer und eine eindrucksvolle Persönlichkeit von uns gegangen», erklärte Jörg Wolle, Präsident des Verwaltungsrats der Kühne+Nagel International AG. Laut Manager Magazin, das ebenfalls über seinen Tod berichtete, war Kühne rund zehn Tage zuvor von Mallorca nach Schindellegi zurückgekehrt und dort in ärztlicher Behandlung.

Kühne wurde 1937 als einziges Kind des Speditionskaufmanns Alfred Kühne in Hamburg geboren. Nach einer kaufmännischen Lehre trat er 1958 in den Familienbetrieb ein, den sein Grossvater August Kühne gemeinsam mit Friedrich Nagel 1890 gegründet hatte.

1966 wurde Klaus-Michael Kühne Vorstandsvorsitzender der Kühne+Nagel Speditions-Aktiengesellschaft. Wenig später übersiedelte er in die Schweiz. Ab 1975 führte er die Kühne+Nagel International AG als CEO. Von 1992 bis 2011 war er Präsident des Verwaltungsrats, danach Ehrenpräsident. Unter seiner Führung entwickelte sich das Unternehmen von einem mittelständischen Seefrachtvermittler zu einem internationalen Konzern.

Heute beschäftigt Kühne+Nagel laut Unternehmensangaben rund 88.000 Menschen an mehr als 1.300 Standorten in knapp 100 Ländern und zählt weltweit zu den führenden Unternehmen in der Luft- und Seefracht. 2025 erwirtschaftete die Kühne+Nagel-Gruppe einen Nettoumsatz von 24,5 Mrd. CHF und ein EBIT von 1,2 Mrd. CHF.

Kühne blieb kinderlos. Über Stiftungen unterstützte er die Elbphilharmonie in Hamburg mit Millionenbeträgen und gründete in der Stadt eine Logistik-Hochschule. Zudem liess er dort das Luxushotel The Fontenay errichten. Auch beim Fussball-Bundesligisten HSV engagierte er sich.

Sein Vermögen beschränkte sich längst nicht mehr auf die Logistik. Über die Kühne Holding hielt er 53 % an Kühne+Nagel. Hinzu kamen 30 % der Anteile an der Reederei Hapag-Lloyd sowie Beteiligungen am Mobilitätsunternehmen Flix. Seit 2022 war Kühne zudem grösster Einzelaktionär der Lufthansa. Forbes bezifferte sein Nettovermögen mit Stand März 2026 auf 41,9 Mrd. US-$.

Die Aufsicht über dieses Vermögen übernimmt Berichten zufolge nun Thomas Staehelin. Der Basler und Partner der Advokatur Fromer Schultheiss & Staehelin wird voraussichtlich neuer Präsident der Kühne-Stiftung, in der Kühnes Vermögenswerte gebündelt sind.

Staehelin ist ehemaliger Präsident der Handelskammer Basel und kontrollierte in den vergangenen Jahren unter anderem Swissport, eine Servicegesellschaft für Fluggesellschaften, die Lenzerheide Bergbahnen, die Privatbank Scobag, die Hotelkette Radisson und das Krafttrainingsunternehmen Kieser.

Foto: Wikimedia Commons, KI-gestützt erweitert

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