KI-Kündigungen helfen kleineren Firmen

Während grosse Unternehmen Stellen im Zuge ihrer KI-Strategien abbauen, profitieren kleinere Firmen vom frei werdenden Talent. Laut einer Studie von General Assembly haben 81 % der befragten Unternehmen in den USA und Grossbritannien Vorteile durch KI-bedingte Entlassungen bei grösseren Arbeitgebern. Viele wollen ihre Teams weiter ausbauen – und suchen gezielt nach Mitarbeitern mit KI-Kompetenz.

Künstliche Intelligenz führt bei einigen Grossunternehmen zu Stellenabbau. Für kleinere Firmen entwickelt sich diese Verschiebung dagegen zunehmend zur Chance auf dem Arbeitsmarkt. Laut einer neuen Studie von General Chance auf dem Arbeitsmarkt. Laut einer neuen Studie von General Assembly, einer Tochter des Personal- und HR-Konzerns Adecco Group, geben 81 % der befragten Unternehmen an, von KI-bedingten Entlassungen bei grösseren Arbeitgebern zu profitieren. Dadurch sei es einfacher geworden, qualifizierte Mitarbeiter zu gewinnen und langfristig zu halten.

Für die Untersuchung wurden im Juni und Juli 526 Personalverantwortliche aus Unternehmen mit 50 bis 999 Mitarbeitern in den USA und Grossbritannien befragt. 47 % der Firmen haben demnach bereits Mitarbeiter eingestellt, die zuvor im Zuge eines Stellenabbaus bei einem grösseren Unternehmen ihren Arbeitsplatz verloren hatten.

Der Trend dürfte sich fortsetzen: 67 % der Befragten planen, ihre Belegschaft im weiteren Verlauf von 2026 auszubauen. 30 % dieser Unternehmen wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen, um schneller zu wachsen, eine höhere Nachfrage zu bedienen oder neue Geschäftsmöglichkeiten zu nutzen.

Deutlich kleiner ist der Anteil jener Firmen, die wegen KI weniger Personal aufnehmen. 26 % geben an, ihre Einstellungen aufgrund der Technologie zurückzufahren. 16 % setzen KI inzwischen für Tätigkeiten ein, die zuvor Mitarbeiter übernommen hatten. Weitere 10 % wollen Kapital bevorzugt in KI statt in zusätzliche Stellen investieren. Gleichzeitig planen 10 % der Befragten, wieder Mitarbeiter aufzunehmen, nachdem zuvor Stellen im Zusammenhang mit KI gestrichen worden waren.

Der Stellenabbau durch künstliche Intelligenz nimmt unterdessen auch in den offiziellen Statistiken an Bedeutung zu. Laut Challenger, Gray & Christmas wurden in den USA allein im vergangenen Monat fast 11.000 Entlassungen direkt mit KI in Verbindung gebracht. Bis Juni belief sich die Zahl der Stellenstreichungen im Technologiesektor im laufenden Jahr auf mehr als 100.000.

Daniele Grassi, CEO von General Assembly, sieht darin eine Chance für kleinere und wachstumsorientierte Unternehmen. Diese betrachteten den Einsatz von KI weniger als reine Massnahme zur Kostensenkung, sondern stärker als Instrument für Wachstum. Sie könnten neue Technologien schneller einführen, skalieren und ihre Mitarbeiter entsprechend weiterbilden.

Besonders gefragt sind Kandidaten, die bereits Erfahrung im Umgang mit künstlicher Intelligenz haben. 40 % der befragten Unternehmen geben an, grundsätzlich geeignete Bewerber bereits abgelehnt zu haben, weil ihnen entsprechende KI-Kenntnisse fehlten. Für 32 % ist der Mangel an solchen Fähigkeiten derzeit das grösste Hindernis bei der Personalsuche.

Parallel investieren Unternehmen verstärkt in Technologie und Weiterbildung. Mehr als drei Viertel der Befragten setzen aktiv Kapital für KI-Werkzeuge ein, 70 % investieren in Schulungsprogramme für Mitarbeiter. Um bestehende Wissenslücken zu schliessen, setzen 64 % auf die Weiterbildung der eigenen Belegschaft. 25 % suchen dafür neue Mitarbeiter, 11 % greifen auf externe Berater zurück.

Auch beim praktischen Einsatz zeigt sich, wie weit KI bereits in kleineren Unternehmen angekommen ist. Laut General Assembly verwenden 71 % generative KI, 46 % KI-gestützte Automatisierung und 30 % sogenannte agentische KI-Systeme, die Aufgaben teilweise selbstständig planen und ausführen können.

Text: John Schroyer
Foto: Cash Macanaya

Up to Date

Mit dem FORBES-NEWSLETTER bekommen Sie regelmässig die spannendsten Artikel sowie Eventankündigungen direkt in Ihr E-mail-Postfach geliefert.