Kapital ist (Gestaltungs-)Macht – die Wirkung unserer Anlage-Entscheide

Wir sprechen oft darüber, was Vermögen uns ermöglicht – viel seltener darüber, was es bewirkt. Denn wer Kapital besitzt oder verwaltet, entscheidet mit, welche Unternehmen wachsen, welche Technologien skaliert werden und welche Geschäfts­modelle Zukunft haben.

Dennoch behandeln wir Investitionsentscheide oft so, als seien sie vor allem privat: eine Frage von Rendite, Risiko und persönlicher Präferenz. Nachhaltiges Inves­tieren wird dabei gerne auf Werte reduziert – wer bestimmte Branchen meidet oder gezielt in Lösungen für ökologische und gesellschaftliche Herausforderungen investiert, bringt damit seine Haltung zum Ausdruck. Das stimmt zwar, greift aber zu kurz.

Kapital folgt nicht einfach der wirtschaftlichen ­Entwicklung – es prägt sie mit. Investoren beeinflussen Bewertungen, Kapitalkosten, Eigentümerstrukturen und die Erwartungen, unter denen Unternehmen handeln. Sie entscheiden mit, welche Ideen finanziellen Rückenwind bekommen – und welche nicht.

Klar: Der Kauf einer Aktie wird kein Unternehmen über Nacht verändern. Die Wirkung an Finanz­märkten ist komplex und oft indirekt. Doch das heisst nicht, dass Kapital neutral ist – denn wer investiert, setzt Prioritäten.

Genau hier beginnt nachhaltiges Investieren: nicht beim Versuch, ein moralisch makelloses oder möglichst grünes Portfolio zu bauen, und auch nicht bei der Frage, welches ESG-Label überzeugt; sondern bei einer grundsätzlicheren Entscheidung: Welche Art von Wirtschaft halten wir für zukunftsfähig – und sind wir bereit, unser Kapital entsprechend einzusetzen?

Diese Frage wird relevanter, je grösser der finanzielle Handlungsspielraum ist. Denn Vermögen eröffnet nicht nur mehr Möglichkeiten für die eigene Lebens­gestaltung – wer über Kapital verfügt, verfügt immer auch über eine wichtige wirtschaftliche Gestaltungsmacht.

Verantwortungsbewusst zu investieren heisst für mich deshalb, diese Gestaltungsmacht immer im Blick zu behalten. Es heisst, sich damit auseinander­zusetzen, welche Unternehmen unter sich wandelnden ökologischen, technologischen und gesellschaftlichen Bedingungen bestehen können – und welche mit ihren Produkten, Dienstleistungen und ihrem Handeln eine tragfähige Entwicklung fördern.

Diese Unternehmen sind wirklich zukunftsfähig:

Sie können langfristig wirtschaftlichen Wert schaffen und leisten dabei einen Beitrag zum Erhalt unserer ­ökologischen und gesellschaftlichen Grundlagen.

So wird aus Kapital mehr als Vermögen – ­nämlich ein Mittel, um zukunftsfähige Entwicklung mitzugestalten.

Larissa Jäger
Co-CEO
Forma Futura

Forbes Contributor

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