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Auf Einladung von Pictet und Forbes Swiss trafen sich 20 junge Gründer am historischen Hauptsitz der Privatbank in Zürich. Dabei trafen 221 Jahre Banking-Tradition auf modernste KI-Innovation, zudem teilte DeepJudge-Gründerin Paulina Grnarova ihre Erfahrungen mit dem Skalieren von KI-Start-ups – und Pictet-Partner Sven Holstenson erklärte, warum die Bank auf echtes «Skin in the Game» setzt.
«Business was originated to produce happiness, not pile up millions.» Diese Worte, die Gründer B.C. Forbes in der ersten Ausgabe des gleichnamigen Magazins schrieb, beschreiben bis heute den Kern des Unternehmertums. Und sie beschreiben, warum junge Gründer ihr Unternehmen starten – um ein Problem zu lösen, bessere Produkte anzubieten und die Welt ein Stück besser zu machen.
20 dieser jungen Gründer versammelten sich am 14. Oktober am Standort der Privatbank Pictet. Auf Einladung von Forbes Swiss und Pictet trafen sie sich am historischen Gebäude, das einst die Bank Leu beheimatete. Für Pictet ist die Zielgruppe eine spannende, wie Partner Sven Holstenson betonte. «Wir bewundern junge Gründer», sagte Holstenson in einem kurzen Interview mit Forbes Swiss-Chefredakteur Klaus Fiala. «Unternehmertum ist Teil der Identität von Pictet und somit wollen wir auch die junge Generation begleiten.»
Holstenson gab Einblicke in Pictets Erfolgsrezept: Schliesslich ist die Privatbank seit 221 Jahren am Markt tätig. «Wir haben alle ‘skin in the game’», sagte Holstenson. Was er meinte: Alle Pictet-Partner haben ihr Vermögen in der Bank investiert – entweder in Form von Anteilen am Unternehmen oder als Co-Investoren mit den eigenen Kunden. Zudem sei die Unabhängigkeit ein wichtiger Bestandteil, abseits der Partner gibt es keine Shareholder bei der Bank.
Bei einem weiteren Interview stand Paulina Grnarova Rede und Antwort. Die Gründerin und Forbes Under 30-Listmakerin baut mit DeepJudge ein KI-Produkt, das institutionelles Wissen über eine effiziente Suche zugänglich macht. Grnarova, die vor der Gründung an der ETH Zürich doktorierte und bei Google tätig war, sieht das eigene Modell als klar unterschiedlich zu bestehenden Modellen wie Claude oder ChatGPT, aber auch Legora und Harvey. «Wir haben ein ganz eigenständiges Produkt gebaut, das eher wie Google funktioniert.»
Die Investoren glauben an die Mission: 42 Mio. US-$ sammelte DeepJudge in der Series A-Finanzierungsrunde kürzlich ein. Das Team von über 100 Mitarbeitern in Europa und den USA soll weiter wachsen, der US-Markt ist generell eine grosse Chance für das Start-up. Wie schnell man gewachsen ist, zeigt auch die Bürosituation: Über eine Zwischenvermietung war DeepJudge zwischenzeitlich in einer ehemaligen Polizeistation eingemietet, die ehemaligen Gefängniszellen wurden zu Meetingräumen umfunktioniert.Grnarova sieht es locker: «Alle Kunden und Investoren fanden das Office super», so die Unternehmerin. Mittlerweile ist man jedoch umgezogen.
Nach den Talks folgte eine Kunstführung durch Loa Haagen Pictet, die die Kunstsammlung des Hauses verwaltet. «Alle Künstler haben einen Bezug zur Schweiz», sagte die Kunsthistorikerin. Unter den gezeigten Werken fanden sich die Künstler Peter Fischli und David Weiss («Fischli & Weiss»), der deutsche Maler Hermann Scherer oder der gebürtige Schweizer Christian Marclay.
Der Abend wurde von einem gesetzten Dinner in einem der historischsten Räume des Hauses abgeschlossen, in dem einst der Verwaltungsrat der Bank Leu tagte. Die Gäste tauschten sich zu technologischen Neuerungen, Strategien beim Skalieren sowie über die langfristigen Chancen und Herausforderungen der Schweizer Start-up-Landschaft aus und liessen den Abend bei anregenden Gesprächen ausklingen.
Fotos: Jonathan Labusch