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Die FIFA räumt Fehler im Umgang mit dem inzwischen gestoppten Plan ein, Beteiligungen am WM-Geschäft zu verkaufen. Trotz wachsender Kritik und Rücktrittsforderungen erhält Präsident Gianni Infantino weiterhin Rückendeckung aus der Verbandsspitze.
Nach einer Krisensitzung in Marokko hat die FIFA ihre Unterstützung für Präsident Gianni Infantino bekräftigt. Generalsekretär Mattias Grafström und die Mitglieder des Management Boards hätten Infantino ihr volles Vertrauen ausgesprochen, teilte der Weltfussballverband mit.
Infantino stellte sich seinerseits hinter die Führung der FIFA und Grafström. Der Generalsekretär hatte sich zuvor öffentlich von der umstrittenen Initiative FIFA Forward Enterprise, kurz FFE, distanziert. Das Projekt sah vor, Beteiligungen am Geschäft mit der Fussball-Weltmeisterschaft zu verkaufen, wurde nach heftiger Kritik jedoch zurückgezogen.
Gleichzeitig räumte die FIFA Fehler im Umgang mit dem Vorhaben ein. Der Prozess hätte anders geführt werden müssen. Es sei nie die Absicht gewesen, bei den Mitgliedsverbänden den Eindruck zu erwecken, sie seien von den Beratungen ausgeschlossen worden.
Auch nach Bekanntwerden der Pläne durch Medienberichte seien Fehler gemacht worden. Die FIFA-Führung verschickte deshalb ein Entschuldigungsschreiben an den FIFA-Rat und sämtliche Mitgliedsverbände. Darin verpflichtete sie sich, vergleichbare Vorgänge künftig zu verhindern. Zudem wurde eine Überprüfung angekündigt.
Für zusätzliche Kritik sorgte ein Bericht der britischen Zeitung „The Times“. Demnach soll Infantino Marokko die Austragung des Finales der Weltmeisterschaft 2030 angeboten haben, um im Gegenzug Unterstützung für seine Wiederwahl als FIFA-Präsident zu erhalten.
Der Weltverband wies diese Darstellung zurück. Es sei falsch und irreführend zu behaupten, Infantino habe ein Versprechen über den Austragungsort des WM-Finales abgegeben. Gleichzeitig kündigte die FIFA an, Angriffe auf ihre Integrität, Verbandsführung und Entscheidungsprozesse nicht länger hinzunehmen und alle notwendigen Massnahmen zum Schutz ihres Namens und ihrer Reputation zu ergreifen.
Unterdessen wächst der öffentliche Druck auf Infantino. Der frühere portugiesische Nationalspieler und Real-Madrid-Profi Luís Figo forderte den FIFA-Präsidenten zum Rücktritt auf. Er warf Infantino vor, gelogen, getäuscht und eigene Interessen über jene des Fussballs gestellt zu haben.
Auch die European Leagues, der Zusammenschluss der grossen europäischen Profiligen, äusserten deutliche Kritik. Zwar begrüsste die Organisation das Ende des FFE-Projekts, der intransparente Ablauf werfe jedoch ernste Fragen zur Führung, internen Kultur und Entscheidungsfindung der FIFA auf.
Zusätzlich kritisierte der Verband Überlegungen, die Weltmeisterschaft 2030 auf 64 Mannschaften zu erweitern. Die FIFA habe dafür einen nur vierwöchigen Prüfungszeitraum vorgesehen und weder Ligen noch Vereine und Spieler ausreichend eingebunden. Eine solche Entscheidung hätte jedoch direkte Auswirkungen auf deren Planung und wirtschaftliche Grundlage.
Die UEFA hatte bereits zuvor erklärt, das Vertrauen in Infantino verloren zu haben. Auf die Ankündigung, dass er trotz der Kritik im Amt bleiben will, reagierte der europäische Verband zunächst nicht. Offen bleibt zudem, ob sich weitere Kontinentalverbände wie die asiatische AFC oder die nord- und mittelamerikanische Concacaf einem Vorgehen gegen den FIFA-Präsidenten anschliessen würden.
Text: Siladitya Ray
Foto: Paul Kagame