Weiteres Under-30-KI-Start-up mit 5 Mrd. US-$ bewertet

Programmcode auf einem Computerbildschirm

Factory entwickelt KI-Agenten, die Programmcode schreiben, prüfen und testen. Die Under-30-Gründer Matan Grinberg und Eno Reyes wollen damit den gesamten Weg vom Entwicklungsauftrag bis zur fertigen Software automatisieren.

Factory hat im September 2026 weitere 200 Mio. US-$ aufgenommen. Die neue Finanzierungsrunde bewertet das KI-Start-up mit 5 Mrd. US-$ – nur fünf Monate nach einer Series-C-Runde über 150 Mio. US-$, bei der die Bewertung noch bei 1,5 Mrd. US-$ lag.

Als die Mitgründer Matan Grinberg und Eno Reyes im Dezember 2024 auf die «Under 30»-Liste unserer US-Redaktion kamen, hatte das Unternehmen erst 20 Mio. US-$ eingesammelt. Zu den Geldgebern zählen Blackstone, Sequoia und Khosla Ventures.

Der Aufstieg fällt in eine Phase, in der Investoren grosse Summen in KI-Werkzeuge für die Softwareentwicklung stecken. Der Wettbewerber Cognition wurde im September mit 48 Mrd. US-$ bewertet. Das Vermögen seines «Under 30»-Mitgründers Scott Wu schätzen wir auf 2,7 Mrd. US-$. Weitere Konkurrenten sind OpenAI, Anthropic und Cursor, das bei seiner Finanzierungsrunde im November 2025 eine Bewertung von rund 29 Mrd. US-$ erreichte.

Eine ganze Flotte von KI-Agenten
Factorys Anspruch steckt bereits im Namen: eine automatisierte Softwarefabrik. Statt auf einen einzelnen digitalen Softwareentwickler setzt die Plattform auf ganze Gruppen von «Droids», die unterschiedliche Aufgaben im selben Entwicklungsprozess übernehmen.

Zu den Aufgaben der Agenten gehört auch die Suche nach Fehlerursachen. Nach Angaben des Unternehmens setzen unter anderem Nvidia, T-Mobile und Adobe die Technologie ein.

«Software war ein Hebel, um die Welt zu verändern. Wir nutzen KI, um einen Hebel für Software zu schaffen», sagte CEO Grinberg in einem früheren Gespräch mit unserer US-Redaktion.

Vom Physikstudium zum Start-up
Vor der Gründung arbeitete Grinberg als theoretischer Physiker an Quantenfeldtheorie, Stringtheorie und Quantencomputing. Im Frühjahr 2023 schickte er seine Idee für Factory per E-Mail an Shaun Maguire, Partner bei Sequoia und ebenfalls Stringtheoretiker. Die beiden kannten sich damals noch nicht.

Innerhalb von acht Tagen nach ihrem Treffen brach Grinberg sein Doktoratsstudium an der University of California in Berkeley ab, tat sich mit Reyes zusammen und erhielt eine erste Frühphasenfinanzierung von Sequoia. Reyes hatte zuvor als Forscher für maschinelles Lernen bei Hugging Face gearbeitet.

Auch er verbindet mit der Automatisierung grosse Erwartungen: «Wenn hochwertige Softwareentwicklung breiter zugänglich wird, ermöglicht das raschen Fortschritt auf globaler Ebene und eröffnet Organisationen und Einzelpersonen in jedem Winkel der Welt neue Chancen», sagt Reyes.

Die Investoren setzen offenbar auf dieses Potenzial. Zugleich folgen die Finanzierungsrunden und Milliardenbewertungen in der KI-Branche in rascher Folge aufeinander. Im September soll auch der 25-jährige Ali Ansari für sein Start-up micro1 rund 100 Mio. US-$ bei einer Bewertung von 4 Mrd. US-$ aufgenommen haben. Das Unternehmen liefert KI-Entwicklern wie Microsoft und Amazon von Menschen erstellte Daten, mit denen sich Modelle trainieren und überprüfen lassen.

Die Bewerbungsphase für Forbes 30 Under 30 2026 läuft. Gesucht werden junge Persönlichkeiten aus Wirtschaft, Wissenschaft, Technik, Kunst und Sport. Jetzt bewerben oder ein Talent nominieren.

Text: Zoya Hasan und Alexandra York
Foto: Chris Ried

Dieser Artikel erschien am 25. September 2026 auf Forbes.com.

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