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Hohe Reinigungsgebühren, dazu eine Liste mit Hausarbeiten: Manche Feriengäste zweifeln am Vorteil gegenüber einem Hotel. Für professionelle Vermieter geht es um die Kosten zwischen zwei Buchungen – und um ein Geschäft, dessen Nachfrage bislang stabil bleibt.
800 US-$ für Rauchen oder Dampfen nahe der Terrasse, 500 US-$ für eine Stunde Verspätung beim Check-out: Mit solchen Sanktionen geriet ein Gastgeberpaar auf TikTok in die Kritik. Cassie und Jon hatten Hunderttausende Follower gewonnen, indem sie zeigten, wie Gäste ihre Ferienunterkünfte hinterlassen hatten. Die Räume wirkten auf viele Zuschauer fast immer sauber und ordentlich. Die beiden beanstandeten dennoch kleine Verstösse.
Als Gäste in eigenen Videos von den Vorschriften berichteten, kippte die Stimmung. Das Rauchverbot samt Geldstrafe galt demnach im Umkreis von 20 Fuss, rund sechs Metern, um die Terrasse. Hunderte Nutzer reagierten mit Spott und Kritik; einige ihrer Videos erreichten Dutzende Millionen Aufrufe. Andere Reisende teilten daraufhin die ungewöhnlichsten Regeln aus ihren eigenen Aufenthalten.
Die Debatte, die Anfang 2026 Fahrt aufnahm, reicht inzwischen weit über das Paar hinaus. Gäste zeigen Rechnungen, Aufnahmen von Ring-Überwachungskameras und mehrseitige Regelwerke. Zu den beanstandeten Vorgaben gehören Rasenmähen vor der Abreise, strenge Grenzen für die Raumtemperatur und hohe Strafen, wenn beim Check-out noch der Geschirrspüler läuft. Für manche Reisende verlieren Unterkünfte auf Airbnb, Vrbo und ähnlichen Plattformen damit ihren Vorteil gegenüber Hotels.
Auch andere Vermieter, die Kontrollgänge nach der Abreise ihrer Gäste veröffentlicht hatten, wurden mit negativen Kommentaren überzogen. Die Kritik betrifft neben den Reinigungspflichten die Überwachung während des Aufenthalts: Geräte messen den Lärmpegel, Kameras erfassen die Bewegungen von Gästen. Was Gastgeber als Kontrolle ihrer Immobilie darstellen, empfinden manche Mieter als Eingriff in ihre Privatsphäre.
«Ein Video davon zu veröffentlichen, wie es nach dem Aufenthalt eines Gastes in ihrem Haus aussah, finde ich so seltsam und falsch», sagte eine TikTok-Nutzerin in einem inzwischen viralen Video. «Wenn ich in einem Airbnb übernachtet hätte und am nächsten Tag auf TikTok sähe, wie die Gastgeberin anderen zeigt, wo ich gerade gewohnt habe, und alles kommentiert, was ich getan habe … Das fühlt sich wie ein Eingriff in die Privatsphäre an.»
Vom freien Zimmer zum Anlageobjekt
Airbnb startete 2008 mit einem einfachen Versprechen: auf Sofas oder in freien Zimmern günstiger übernachten als im Hotel und dabei «wie Einheimische leben». In der Niedrigzinsphase der späten 2010er- und frühen 2020er-Jahre wurde daraus eine bedeutende Anlageklasse. Privatinvestoren kauften Einfamilienhäuser, um sie ausschliesslich kurzfristig zu vermieten. Professionelle Betreiber bauten Bestände mit mehreren Objekten auf, von deren Einnahmen sie leben. Viele berichten auf Social Media über ihren Alltag und die Erfahrungen anderer Gastgeber.
Mit der Professionalisierung rückten die Kosten stärker in den Mittelpunkt. Inflation, höhere Zinsen und kommunale Vorschriften drückten auf die Margen. Eigentümer verlagerten deshalb einen Teil des Betriebsaufwands auf ihre Gäste. Hohe Reinigungsgebühren und lange Aufgabenlisten bestehen seither nebeneinander: Die Gäste zahlen für die Reinigung und sollen zugleich Arbeiten übernehmen, die den Aufwand beim Wechsel zur nächsten Buchung senken.
Der Ärger bremst das Geschäft bislang kaum
Die Geschäftszahlen liefern ein anderes Bild als die viralen Beschwerden. Airbnb erzielte im zweiten Quartal 2026 einen Umsatz von 3,6 Mrd. US-$, ein Plus von 17 % gegenüber dem Vorjahresquartal. Schon im ersten Quartal waren die Erlöse um 18 % auf 2,7 Mrd. US-$ gestiegen.
Auch die Expedia Group, zu der Vrbo gehört, wuchs. Im zweiten Quartal stieg der Wert der vermittelten Buchungen um 12 % auf 33,9 Mrd. US-$. Der Umsatz legte um 14 % auf 4,3 Mrd. US-$ zu. Beide Kennzahlen beziehen sich auf den gesamten Konzern, nicht allein auf das Geschäft mit Ferienwohnungen. Das Buchungsvolumen ist dabei vom Umsatz zu unterscheiden: Es erfasst den Wert der vermittelten Reisen.
In den USA bremsen hohe Hypothekenzinsen zwar den Zuwachs an Kurzzeitunterkünften. Die Auslastung blieb nach Daten des Analyseunternehmens AirDNA jedoch stabil. Bestehende Betreiber konnten ihre Preise erhöhen, ohne Buchungsvolumen zu verlieren. Zwei Drittel der Teilnehmer an AirDNAs «2026 Short-Term Rental Investor Survey» planen zudem, in den kommenden zwölf Monaten weitere Kurzzeitmietobjekte zu erwerben oder in solche zu investieren.
In einer Rangliste der US-Märkte nach Markttiefe, Erlösen, Übernachtungspreisen und Auslastung liegen drei Orte in Florida vorn: Four Corners und Kissimmee nahe Orlando sowie Panama City Beach. Auf den nächsten Plätzen folgen New York City, Los Angeles, San Diego, Houston, Miami und Austin.
Text: Mary Whitfill Roeloffs
Foto: Bailey Alexander