30 Under 30 Update: Madina Katter baut an einer europäischen Verteidigungsplattform

Mit Grains erweitert Forbes U30-Listmakerin Madina Katter ihre Arbeit für Vertriebene in Deutschland und der Ukraine. Neue Partnerschaften sollen kostenlosen Wohnraum schaffen und einen Standort bei Kyjiw gegen Stromausfälle absichern. Gleichzeitig arbeitet Katter an einem kommerziellen Projekt für die europäische Sicherheits- und Verteidigungsindustrie.

Seit ihrer Aufnahme in die Forbes 30 Under 30-Liste hat Madina Katter die Arbeit ihrer Organisation Grains weiter ausgebaut. Der Schwerpunkt liegt darauf, Vertriebene nicht nur kurzfristig zu unterstützen, sondern ihnen durch Bildung, Beschäftigung und Integration langfristige Perspektiven zu eröffnen.

Nach Angaben von Katter hat Grains Germany eine Partnerschaft mit Airbnb.org geschlossen. Dadurch soll fast 100 vertriebenen Menschen in Deutschland eine kostenlose Unterkunft zur Verfügung gestellt werden. Der Wohnraum soll ihnen ermöglichen, sich auf die Arbeitssuche, ihre Integration und die nächsten Schritte in Deutschland zu konzentrieren.

Auch in der Ukraine erweitert Grains seine Infrastruktur. Wie Katter gegenüber Forbes erklärt, stellt das Berliner Energieunternehmen Enpal 320 Solarpaneele für ein Gebäude der Organisation in der Region Kyjiw bereit.

Der Standort befindet sich ausserhalb der ukrainischen Hauptstadt und wird laut Katter von rund 400 Menschen aus umliegenden Ortschaften genutzt. Sie können dort arbeiten, Unterstützung erhalten und auch während Stromausfällen Zugang zu Energie behalten. Die eigene Solarinfrastruktur soll das Gebäude widerstandsfähiger machen und den Betrieb aufrechterhalten, wenn das Stromnetz infolge russischer Raketenangriffe unter Druck gerät.

Parallel zu ihrer gemeinnützigen Arbeit entwickelt Katter ein neues, gewinnorientiertes Unternehmen. Die geplante Plattform soll Produzenten und Zulieferer der europäischen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie miteinander vernetzen.

Europa verfüge zwar über eine breite industrielle und technologische Basis, der Markt sei jedoch stark fragmentiert, so Katter. Unternehmen hätten Schwierigkeiten, geeignete Lieferanten zu finden oder herauszufinden, welche Betriebe bestimmte Komponenten und Technologien herstellen können. Nach ihrer Einschätzung betrifft das auch grosse Konzerne wie Airbus oder Rheinmetall.

Die Plattform soll europäische Rüstungsproduzenten und Komponentenhersteller in einem Netzwerk zusammenführen. Katter bezeichnet das Vorhaben als erste private europäische Verteidigungsallianz. Das Projekt befindet sich derzeit im Aufbau; weitere Angaben zum Geschäftsmodell, zu beteiligten Unternehmen oder zum Starttermin liegen bislang nicht vor.

Als besonders wertvoll an ihrer Aufnahme in die Forbes 30 Under 30-Liste beschreibt Katter die Kontakte, die daraus entstanden sind. Die Listung habe Türen zu Unternehmen, Organisationen und Partnern geöffnet, mit deren Unterstützung sich kleinere Initiativen zu Projekten mit deutlich grösserer Wirkung entwickeln konnten.

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Foto: beigestellt

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